Mercedes: So wettern die Fans gegen die Stallorder

Von Andreas Reiners
Formel 1
Valtteri Bottes und Lewis Hamilton

Valtteri Bottes und Lewis Hamilton

Es gibt Themen, da ist bei den Fans kaum Platz für eine zweite Meinung. In der Formel 1 gehört die Stallorder dazu. Sie bringt die Anhänger immer wieder auf die Palme.

Wir hatten das Thema erst zuletzt in der DTM, als zwei Audi-Fahrer den Titelkandidaten René Rast in der letzten Kurve des Rennens in Spielberg passieren ließen. Man ging im Audi-Lager transparent damit um, doch es war Aktion, die bei der Konkurrenz Stirnrunzeln hervorrief.

Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz zeigte Verständnis dafür, betonte aber auch sehr deutlich, dass man es selbst so nicht gemacht hätte. Eine Ansicht, die man nun aber überdenke.

«Das ist die Frage nach dem Sinn des Sports, das kann man rauf und runter diskutieren. Wenn man das Thema als Teamsport begreift, war es so, wie man es machen muss. Schön anzuschauen ist es nicht. Am Ende muss aber der Erfolg her, deshalb ist es nachvollziehbar. Wenn die Fahrer so klar sind untereinander und Platz machen, dann ist das Teamsport. Ist Motorsport Teamsport? Ja», sagte Fritz.

Nun war es in der Formel 1 wiederum Branchenprimus Mercedes, der Stallorder betrieb. Im Gegensatz zur DTM, wo Funkverkehr verboten ist, gab es beim Russland-GP die klare Ansage an Valtteri Bottas, Lewis Hamilton passieren zu lassen.

Obwohl man dem Finnen, der von der Pole aus gestartet war, eigentlich den Sieg versprochen hatte. Und obwohl Hamilton, der vor dem Rennen 40 Punkte Vorsprung hatte, vor Vettel lag. Erklärungen von Wolff zählen dann auch nicht mehr.

Der Mercedes-Motorsportchef: «Wir haben solche Diskussionen auch in der DTM, und klar ist das für gewisse Piloten dann ernüchternd. Aber es gibt eben die brutale Realität, und die heißt – wenn du die Chance bekommst, eine WM-Führung um sieben zusätzliche Punkte auszubauen, dann lässt du dir diese Gelegenheit nicht entgehen. In einer WM, die zum größten Teil ausgeglichen verlaufen und für uns phasenweise sehr schwierig gewesen ist, spielt das eine Rolle. Also haben wir uns dazu entschlossen.»

Wolff nimmt die Rolle des bösen Buben an. «Jemand muss manchmal der Bösewicht sein und diesmal bin ich das», sagte Wolff. «Man muss es abwägen: Der Bösewicht am Sonntag zu sein, aus viele richtigen Gründen, oder der Idiot am Ende in Abu Dhabi. Dann bin ich lieber jetzt der Bösewicht und nicht der Idiot am Ende der Saison.»

Man muss dazu sagen: Ferrari-Star Sebastian Vettel zeigte Verständnis für den Tausch auf der Strecke, durch den er nun 50 Punkte Rückstand auf Hamilton hat. «Sie haben als Team einen erstklassigen Job gemacht. Sie haben das Maximum aus dem Rennen geholt, was den WM-Stand angeht. Wir hätten an ihrer Stelle das Gleiche getan.»

Bei den Fans gibt es aber im Grunde keine zwei Meinungen. Wir haben einige Reaktionen gesammelt (in der Originalfassung übernommen):

«Die F1 stirbt! Verbietet den Scheiss Funk! Dann müssen die Fahrer wieder mehr denken und werden nicht ferngesteuert ! So wie es jetzt ist, ist die F1 eine Schande für den Motorsport! Ach ja, für die Kritiker jetzt, ich bin kein Vettel Fan»

«Nummer 44 soll aufhören zu lügen. Ihm geht es immer ums gewinnen, selbst wenn er dafür bescheißen muß.»

«Erbärmliches Schauspiel...»

«Unsportlich!!!!! Mehr möchte ich nicht schreiben, sonst würde es unhöflich!!!!»

«Kein Wunder das in den sozialen Netzwerken der teufel los ist , so eine sauerei von mercedes»

«darum schaue Ich Seit 21 Jahren lieber Motogp. Das ist richtiges Racing. Nicht wie dieser Dreck»

«Und in der DTM beleidigt sein wenn Audi sein Fahrer vorbei fahren lässt. Typisch Mercedes»

«Weil es Wettbewerbsverzerrung ist !!! Im Fußball würde es strafen und sperren hageln wenn man ein Spiel so dreht um einen Vorteil davon zu haben ...sowas gehört nicht in einen Sport .....IN KEINEN möge der bessere gewinnen ...und das war Bottas»

«Erbärmlich, über solche Wege einen Weltmeister aus eigenen Reihen hervorbringen zu wollen. Mit solchen Entscheidungen nimmt Mercedes jegliche Spannung aus dem Kampf um den Titel und diskreditiert Fahrer, die selbst ein Rennen hätten gewinnen können. Schade, wie so mit den Fahrern und der Formel 1 umgegangen wird.»

«In mancher Kita geht es härter zu als in der F1,das ist ein einziger Kindergarten,Mercedes zerstört den Sport! Teamorder sollte grundsätzlich verboten werden,die Fahrer sollen selbst sehen wie sie am Vordermann vorbei kommen!»

«Komisch zu Schumis zeiten hat es Ferrari dauernd gemacht hat kein Hahn nach gekräht jetzt macht es Mercedes da wird nen Fass auf gemacht»

«Jetzt ist er beides» (Zur News: Toto Wolff: Lieber Bösewicht als ein Idiot)

«Das wird immer peinlicher von den Sternen. Wie zu Zeiten Schumis nur noch peinlich Immerhin weiss jetzt jeder was dieser 5. Titel Wert ist – Null»

«Verrückt müßte ich sein, nächstes Jahr nach Hockenheim zur F1 zu fahren. War 20128 nach vielen, vielen Jahren mal wieder dabei. Und seitdem weiß ich: Muß ich so schnell nicht wieder haben. Wenn ich Pech habe, sehe ich ein Rennen wie heute, Teamorder zu Gunsten eines souverän führenden WM Leaders, langweilig klingende Autos, den Heiligenschein lasse ich gleich außen vor.»


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Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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