Sebastian Vettel (Ferrari): Interlagos hat eine Magie

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel

Sebastian Vettel

​Ferrari-Star Sebastian Vettel will in Brasilien wie 2017 gewinnen: «Wir sollten in Interlagos einigermassen konkurrenzfähig sein. Aber wo wir genau stehen, das wird sich erst im Training zeigen.»

Vor einem Jahr fuhr sich Sebastian Vettel in Brasilien den Frust von der Seele. Lewis Hamilton war in Mexiko Weltmeister geworden. Zwölf Monate später stehen wir am gleichen Punkt – erneut ist es nichts geworden mit dem WM-Titel für Vettel und Ferrari, Hamilton hat sich in Mexiko-Stadt zum fünften Mal zum Champion gemacht. Vettel will eine starke Reaktion zeigen: «Wir sollten in Interlagos einigermassen konkurrenzfähig sein. Aber wo wir genau stehen, das wird sich erst im Training zeigen.»

«Unser Hauptziel besteht jetzt darin, vielleicht noch den Konstrukteurs-Pokal zu gewinnen. Dazu müssen wir mit beiden Autos vorne reinfahren, und wenn Mercedes dann hinter uns liegt, dann ist das ein gutes Zeichen.» Es steht derzeit 585:530 zu Gunsten von Mercedes. Maximal kann ein Team pro Grand Prix 43 Punkte holen (25 für den Sieg, 18 für Rang 2), 86 Punkte kann Ferrari theoretisch also einfahren. Die Italiener müssen es in Interlagos (São Paulo) schaffen, den Vorsprung von Mercedes weiter zu verringern

«Über die Fahrer-WM habe ich in den letzten Tagen nicht zu viel nachgedacht, aber es hat gut getan, ein wenig den Kopf zu lüften. Ich will endlich den ersten Sieg seit August erringen. Gewinnen ist auch das Ziel anschliessend für Abu Dhabi. Leicht ist das nicht. Wenn es leicht wäre, dann hätten wir das schon vorher getan. In den letzten Rennen ist es in Sachen Tempo ein wenig besser gelaufen, das macht Laune für Brasilien. Interlagos hat eine gewisse Magie, hier passieren oft seltsame Dinge, das Wetter spielt dabei eine Hauptrolle.»

Sebastian Vettel hat in Brasilien 2010 gewinnen können, 2012 sicherte er sich mit einer grandiosen Aufholjagd den dritten WM-Titel in Serie, damals in Diensten von Red Bull Racing.

Vettel will noch keine Bilanz von 2018 ziehen: «Wenn die Saison noch läuft, ist das der falsche Zeitpunkt. Wir nehmen unsere Leistungen natürlich unter die Lupe, aber wir haben noch dieses Ziel mit dem Markentitel, und den wollen wir uns schnappen. Klar ist, dass im Verlauf der Saison etwas schiefgelaufen ist. Wir haben in die falsche Richtung entwickelt. Nun müssen wir sicherstellen, dass das 2019 nicht noch einmal passiert.»

Gemäss des Ferrari-Stars haben die Italiener in Brasilien keine neuen Teile im Gepäck.

Michael Schumacher steht in der ewigen Siegerliste einsam an der Spitze, mit 91 GP-Triumphen. Lewis Hamilton kommt auf 71, dann folgt Sebastian mit 52. Hält es Vettel für möglich, dass der Rekord von Schumacher eines Tages gebrochen wird? Seb: «Das hängt davon ab, wie konkurrenzfähig Lewis und ich in den kommenden Jahren sind. Michael liegt noch weit voraus.»

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