Kai Ebel (RTL) exklusiv: «Meine Superlative 2018»

Von Mathias Brunner
​Seit 1988 ist Kai Ebel bei RTL als Sportredakteur tätig, seit 1992 berichtet er von den F1-Rennstrecken. Der Mönchengladbacher blickt für uns auf eine Grand-Prix-Saison zurück, so bunt wie seine Hemden.

Selbst wenn der Grand-Prix-Zirkus aus mehreren tausend Spezialisten besteht, ist die Gefahr nicht so gross, dass wir Kai Ebel übersehen. Das 54jährige Energiebündel aus Mönchengladbach wird auf Wikipedia durchaus passend beschrieben: «Ebel ist bekannt für seine extravagante und bunte Kleiderwahl.» Allerdings auch für seine scharfe Beobachtungsgabe, seine Schlagfertigkeit und eine hübsche Prise Schalk.

Kai Ebel hat im Laufe seiner Karriere Hunderte Promis getroffen und mir gesagt: «Heidi Klum habe ich in einer Startaufstellung mal ein Geburtstags-Ständchen gesungen, das war ganz nett. Bei Lionel Richie habe ich das Interview singend begonnen – “hello, is it me you’re looking for?” Das fand er lustig. Es ist halt schon cool, wenn Prominente bei einem solchen Spass auch mitmachen. Andere sind für ihren Status verblüffend zugänglich, einen Sting oder einen Michael Douglas bekommst du immer für ein Interview. Und dann hast du einen David Beckham, mit gefühlten 1000 Fotografen und TV-Kameras um ihn herum, und der sagt dir dann allen Ernstes, er sei als Privatmensch hier und wolle keine Interviews geben. Lächerlich! Wieso ist er dann überhaupt in der Startaufstellung? Da möchte man am liebsten den Arzt konsultieren.»

Wir haben Kai Ebel gebeten, für uns auf die Formel 1 anno 2018 zurückzublicken und seine Highlights zu nennen, die Superlative der vergangenen Saison.

Das ungewöhnlichste Interview
«Will Smith in Abu Dhabi – weil er es gab, während er selber filmte und wir es aus Zeitgründen dann gar nicht gesendet haben.»

Der sympathischste Formel-1-Pilot
«Nico Hülkenberg, quasi der Monegasse von nebenan. Nico ist immer nett, offen und ehrlich.»


Der stinkigste Stinkstiefel
«Den gibt es nicht für mich: Das sind alles Profis.»

Mein bewegendster Gänsehaut-Moment
«Verstappen gegen Ocon in Brasilien: Kollision, dann die Schubserei – endlich Emotionen auf und neben der Strecke!»

Der beste Fahrer
«Max Verstappen, denn er hat vor allem in der zweiten Hälfte das Beste aus dem Auto rausgeholt.»

Das spannendste Rennen
«Das war für mich Hockenheim, jedenfalls bis zum Ausfall von Sebastian Vettel. Ein Heim-GP, der ein bisschen an alte Zeiten erinnerte, samt des brachialen Gewitters. Zum Glück ist keiner ertrunken.»

Die grösste Enttäuschung
«Vettel und Ferrari, sie haben die grosse WM-Chance nicht genutzt.»

Der vielversprechendste Aufsteiger
«Charles Leclerc, wegen seines Wechsels zu Ferrari.»

Die geheimste Panne (jetzt nicht mehr geheim)
«Die Drainage von Hockenheim – alles soff ab, so etwas erlebst du sonst nur in Äquatornähe!»

Der lustigste Moment im Fahrerlager
«Ebenfalls Hockenheim: Schiffe versenken in der Boxengasse und im Fahrerlager, knietiefe Rinnsale, unfassbare Szenen. Als Alternative hätte ich Sebastian Vettels Frisur mit Undercut zu bieten – der erste Undercut ausserhalb der Rennstrecke!»

Der zickigste Promi
«Das war für mich in diesem Jahr Justin Bieber: “Ich bin privat hier.” Also bitte!»

Der pflegeleichteste Promi
«X-Men-Star James Marsden – immer höflich und an der Formel 1 sehr interessiert.»

Mein schönstes Hemd 2018
«Jedes einzelne davon!»

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