Toto Wolff (Mercedes) warnt: Künftig weniger Motorenkunden
In der Formel 1 herrscht Ungleichgewicht, was die Motoren angeht: Mercedes beliefert vier Teams mit Triebwerken, Ferrari drei Kunden, Honda nur einen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff will Änderungen.
Mercedes beliefert in der Formel-1-WM 2026 vier Teams mit Hybrid-Antrieb: den eigenen Werksrennstall, Weltmeister McLaren, das Traditions-Team Williams sowie – erstmals – Alpine.
Ähnlich viel zu tun gibt es in Maranello: Ferrari bringt neben dem eigenen Team auch Antriebseinheiten für Haas und Cadillac auf die Strecke. Red Bull Powertrains/Ford rüstet Red Bull Racing und die Racing Bulls aus. Honda und Audi hingegen konzentrieren sich auf je ein Team – die Japaner auf Aston Martin, Audi auf den eigenen Rennstall.
Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist hier ein Ungleichgewicht entstanden, das der Wiener ändern möchte, wenn 2030 eine weitere Motoren-Generation folgt.
Wolff erklärt im Podcast Beyond The Grid: «Es laufen derzeit Gespräche mit Mercedes-Chef Ola Källenius, wonach wir die Anzahl Kunden verringern. Ich weiss noch nicht, ob wir hier von zwei oder drei Teams reden, das hängt auch davon ab, mit welchen Motoren wir ab 2030 fahren, wie komplex die werden.»
«Allein wenn ich daran denke, welchen Aufwand wir betreiben: Wir werden 16 Antriebseinheiten zum Saisonstart nach Australien schicken, und Honda kann sich mit lediglich einem Partner auf vier oder fünf Motoren beschränken. Das alles müssen wir bei Planung und Produktion berücksichtigen.»
Der Werksrennstall und drei Partner, das bedeutet gemäss Mercedes-Motorenchef Hywel Thomas «viele Daten. Wenn du mit mehr als einem Rennstall arbeitest, dann spulen die Autos mehr Kilometer ab, und du sammelst mehr Informationen. Du hast auch vier Mal so viele Ingenieure, die Denkanstösse geben.»
«Als Nachteil musst du sehr viele Triebwerke bauen, und das verlängert die Vorlaufzeit. Da kannst du schon mal an die Grenzen geraten. Es lässt sich nicht so einfach sagen, welche Zahl an Partnern ideal ist, aber gewiss ist drei besser als keiner.»
Nochmals Toto Wolff: «Mit Motorenpartnern bist du bei der Fehlersuche schneller, die Schlagzahl bei der Entwicklung ist höher. Und wir können einen Teil der Investitionen von Mercedes wieder reinholen. Das ist alles positiv. Dennoch sind wir zum Schluss gekommen – vier Teams, das wollen wir eigentlich nicht mehr.»
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