Lewis Hamilton (Mercedes): «Kein Team versteht das»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton mit einer Sonder-Editions einer Mütze für den Spanien-GP

Lewis Hamilton mit einer Sonder-Editions einer Mütze für den Spanien-GP

​Die Ausgangslage von Mercedes vor dem Spanien-GP könnte nicht besser sein: Vier Doppelsiege in Folge. Und nun kommen die Silberpfeile auf eine Bahn, wo Lewis Hamilton in den letzten Jahren brilliert hat.

Die Bilanz von Lewis Hamilton beim Grossen Preis von Spanien ist beneidenswert: In der Turbo-Ära gewann der Engländer drei von fünf Rennen, in einem weiteren wurde er Zweiter, und nur der dumme Unfall mit Rosberg 2016 verhinderte einen kompletten Durchmarsch der Silberpfeile. Zudem stand er vier Mal auf Pole-Position: 2014, 2016, 2017 und 2018. Im Fahrerlager des Circuit de Barcelona-Catalunya sagt der 75fache GP-Sieger: «Wo diese WM noch hinführt, ist für mich sehr offen. Die Leute glauben mir das zwar noch immer nicht, aber Ferrari war an zwei GP-Wochenenden besser, wir an den anderen zwei. Der Unterschied dann war: Wir haben aus unseren Möglichkeiten immer das Maximum herausgeholt, Ferrari hat das nicht.»

«Nun haben alle Rennställe Verbesserungen nach Barcelona gebracht. Es wird interessant zu sehen, was das unter den Top-Teams bewirkt. Red Bull Racing war hier in den letzten Jahren stark, die würde ich nicht abschreiben. Ich bin auch gespannt zu erleben, wie sich das Kräfteverhältnis im Mittelfeld verschiebt.»

«Hier in Spanien sollten wir generell besser unterwegs sein als in Baku, Pistenlayout-bedingt. Die Autos haben sich seit den Wintertests verändert, zudem haben wir hier im Februar und März bei ganz anderen Temperaturen getestet als wir hier im Training und Rennen erleben werden. Das wird Auswirkungen haben.»

«Wir kommen jedenfalls nicht hierher und denken: Wir haben das schon eingetütet. Wir kommen in Demut her und wollen gute Arbeit leisten. Wir möchten auch weiterhin das Beste aus unseren Möglichkeiten machen.»

Für das Alpha-Tier Hamilton gilt dabei: Vor Bottas ins Ziel kommen. Lewis verspricht: «Ich werde gegen Valtteri immer respektvoll fahren, auch wenn es hart auf hart geht. Klar möchte ich das Beste für mich rausholen, aber wir dürfen nie vergessen, dass wir beiden die Speerspitze eines Teams aus vielen tausend tollen Mitarbeitern sind. Wir müssen Mannschaftsspieler sein, und wir haben durchaus gewisse Benimmregeln im Zweikampf. Wir werden jedenfalls einen Doppelsieg sicher nicht durch etwas Dummes gefährden. Wir müssen das im Kopf behalten, dann geschieht auch nichts Kontroverses.»

Und wie war das 2016 mit Rosberg? Lewis: «Ich bin drei Jahre älter und weiser, und ich finde, ich bin ein besserer Mannschaftsspieler als früher. Ich bin offen für jede Herausforderung, aber ich glaube, ich kann besser damit umgehen.»

Hamilton fasst den ersten WM-Fünftel so zusammen: «Als ich nach Australien reiste, war mir nicht ganz klar, was uns in Melbourne erwartet. Bislang ist es viel besser als erwartet gelaufen. Ich bin sicher, es werden auch harte Zeiten kommen. Wir sind darauf vorbereitet. Es ist nicht normal, ständig Doppelsiege einzufahren, und wir wissen das.»

«Es gibt dabei keinen Stein, den wir nicht umdrehen würden. Es gibt immer Details, die du verbessern könntest, was mich als Fahrer angeht, was die Rennstrategie betrifft. Wir verstehen unser Auto immer besser, das erleichtert die Arbeit, das Potenzial des Fahrzeugs auszuschöpfen.»

«Ich behaupte: Es gibt keinen Rennstall in der Boxengasse, der die Reifen komplett versteht. Wenn wir uns alleine die Grands Prix ansehen – bei einigen Autos körnen die Reifen mehr als bei anderen. Der Umgang mit den Walzen ist eine echte Wissenschaft geworden. Im vergangenen Jahr fand Red Bull Racing einen Weg, mit den Reifen so umzugehen, wie das kein anderes Team konnte. 2019 ist alles anders. Das nutzbare Fenster ist noch enger, das begeistert mich nicht, aber das kann bewirken, dass die Konkurrenzfähigkeit eines Autos komplett verfliegt. Mir wäre vielleicht lieber, wir hätten alle einen Reifen, der für alle gleich arbeitet, dann würden die Chassis und die Fahrer den Unterschied ausmachen. Gleichzeitig bringt diese Art von Reifen auch ein gewisses Element der Unwägbarkeit. Und das ist für den Sport nicht schlecht.»

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