Ferrari: Entwicklung schon auf 2020 verlagert

Von Mathias Brunner
Mattia Binotto

Mattia Binotto

​Die jüngsten Verbesserungen am Ferrari haben eingeschlagen: Doppelsieg der Italiener in Singapur, Top-Zeiten in Sotschi. Teamchef Mattia Binotto sagt, wie es mit der Entwicklung weitergeht.

Ferrari war auf Highspeed-Strecken wie Spa-Francorchamps und Monza erfolgreich, zwei Siege für Charles Leclerc, aber jetzt mal Hand aufs Herz: Wer von uns hätte von den Italienern in Singapur Pole-Position und dann einen Doppelsieg erwartet?

Selbst Teamchef Mattia Binotto und seine Piloten Leclerc und Sebastian Vettel haben darüber gestaunt, wie gut sich die Verbesserungen von Singapur bewährt haben. Als da sind: Der Ferrari wies eine neue Nase auf, mit einem darunter gehängten Luftleit-Element; ein Kniff, den schon verschiedene Rennställe verwenden und der den Luftstrom nachhaltiger zum Boden und zum Diffusor kanalisieren soll. Dazu entdeckten wir an der Nase Kanäle (oder Nüstern), in der Art wie sie Racing Point damals noch unter der Bezeichnung Force India salonfähig gemacht hat. Verbessert wurden die seitlichen Luftleit-Elemente (die so genannten «barge boards») sowie der Boden im Bereich der Hinterräder. Auch hier zielen die Änderungen darauf, mehr Abtrieb zu erzeugen und die Luft besser zu kanaliseren. Erreicht wird das mit auffälligen Schlitzen. Ferner war der T-Flügel ist zurück, jenes Zusatz-Element über dem Getriebe, welches Formel-1-Champion Damon Hill ebenso abschätzig wie treffend als Kleiderbügel bezeichnet hat. Er arbeitete in Einklang mit dem auf maximalen Abtrieb getrimmten Heckflügel.

Ergebnis: Mehr Abtrieb, bessere Balance, optimierter Gebrauch der Reifen, mehr Spielraum für Fahrer und Ingenieure bei der Abstimmung. Anders formuliert – Ferrari ist mit diesen Änderungen nun auf jeder Art von Rennstrecke siegfähig.

In Sotschi hat sich der Aufwärtstrend fortgesetzt, mit Bestzeit von Charles Leclerc im ersten und im dritten freien Training, nun in den zweiten 90 Trainingsminuten musste er Max Verstappen den Vortritt lassen.

Die Frage ist: Wie geht es nun weiter? Wie entschlossen bleiben Mattia Binotto und seine Techniker auf dem Entwicklungs-Gas, im Wissen, dass bei stabilem Hintergrund alle Lehren mit dem 2019er Auto auch für 2020 von Nutzen sind?

Binotto sagt dazu im Fahrerlager des Autodroms von Sotschi: «Wir haben vor Singapur einen grossen Schritt nach vorne getan, und wir waren bislang auch hier in Russland konkurrenzfähig. Wir waren selber gespannt darauf zu sehen, wie sich die Verbesserungen auf der russischen Strecke bewähren würden, die eine ganz andere Pistencharakteristik aufweist als Singapur. Ergebnis: Wir sind bei der Musik, auf eine Runde und auch im Dauerlauf, wir dürfen daher zufrieden sein.»

«Doch wir haben unsere Aufmerksamkeit inzwischen auf den 2020er Ferrari verlagert. Wenn wir überhaupt noch Änderungen ans aktuelle Auto bringen, dann gewiss keine so umfangreichen Pakete mehr wie für Singapur.»


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