Dr. Helmut Marko: «Ferrari liebt diese Spielereien»

Von Rob La Salle
Formel 1

​Auch in der Sendung «Sport und Talk aus dem Hangar-7» war das Vorgehen von Ferrari in Sotschi ein zentrales Thema. Red-Bull-Rennberater Dr. Helmut Marko: «Ferrari liebt diese Spielereien.»

Der grosse Aufreger des Grossen Preises von Russland: Die Stallorder von Ferrari – als der führende Sebastian Vettel in der Anfangsphase gebeten wurde, seinen Platz preiszugeben; und als sich der dahinter fahrende Charles Leclerc darüber aufregte, dass dies nicht passiert.

Auch in der Sendung «Sport und Talk aus dem Hangar-7» war das Vorgehen von Ferrari in Sotschi ein zentrales Thema. Dabei sagte Red-Bull-Rennberater Dr. Helmut Marko klipp und klar, was er von der Ferrari-Taktik hält.

Der Grazer Le-Mans-Sieger von 1971 bestätigt, was viele andere Insider in Sotschi dachten: «Sebastian hat wahrscheinlich die bessere Rennabstimmung gefunden, daher führte er überzeugend. Leclerc hätte für einen Platzwechsel näher heranfahren müssen, aber das hat er nicht geschafft. Vettel war einfach der schnellere Mann in dieser Situation. Und als Führender ist es klar, dass er sich nicht genau erinnert, was ausgemacht war.»

Ferrari löste das auf eigene Weise, wie Marko weiter ausführt: «Dass man Vettel dann so offensichtlich mit den alten Reifen herumschlittern lässt, bis Leclerc vorbei ist, das trägt natürlich nicht gerade zu einer besseren Stimmung bei. Ich finde das alles überhaupt nicht gut. Vettel ist vorn, Leclerc beschwert sich. Und dann gibt der Renningenieur mehr oder weniger offiziell durch: ‘Mach dir keine Sorgen, wir regeln das über den Boxenstopp.’ Das heisst doch nichts Anderes als: ‘Wir manipulieren den Boxenstopp.’ Eigentlich ist das gegen die Fairness und gegen den Sport. Die ganze Situation ist für Ferrari schon schwierig genug. Wieso verkompliziert man das noch, indem man die Fahrer gegeneinander ausspielt?»

Neu ist ein solches Vorgehen freilich nicht beim Rennstall aus Maranello, das weiss auch Dr. Marko: «Ferrari liebt diese Spielereien, obwohl es die meiste Zeit nicht gut ausgeht. Aber das ist eben Ferrari. Das ist eine andere Kultur.»

Marko verweist darauf, dass der Zoff bei Ferrari letzlich hausgemacht ist, nicht zuletzt durch das Verhalten von Charles Leclerc in Monza. «Leclerc hat sich in Monza nicht an die Regel gehalten. Da hätte er im Qualifying einen Windschatten für Vettel geben sollen. Er hat das dann aber so hinausgezögert, dass die letzten fünf Fahrer überhaupt keine Runde mehr zusammengebracht haben. Der trägt schon seinen Teil zu den ganzen Spannungen bei.»

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