Ferrari in Brasilien: 2020-Motor für Charles Leclerc?

Von Mathias Brunner
Arbeit in der Ferrari-Box

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​Der Monegasse Charles Leclerc stösst in Sachen Laufleistung seiner drei 2019er Motoren ans Limit. Bei Ferrari wird daher erwogen, in Brasilien in seinen Wagen einen Experimentalmotor einzubauen.

Die Formel-1-WM 2019 ist entschieden: Mercedes-Benz hat den Konstrukteurs-Pokal ein sechstes Mal in Folge gewonnen, in Texas hat Lewis Hamilton seinen sechsten Titel klargemacht. Hinter Mercedes ist die Reihenfolge ebenfalls klar – Ferrari wird vor Red Bull Racing-Honda WM-Zweiter. Unklar ist lediglich, wer hinter Lewis Hamilton und Valtteri Bottas WM-Dritter wird: Charles Leclerc (249 Punkte), Max Verstappen (235) oder Sebastian Vettel (230)? Letztlich ist das der Kampf um die goldene Ananas, also spielt die Chef-Etage in Maranello mit ganz anderen Gedanken.

Die Ausgangslage: Wegen eines Lecks musste Charles Leclerc in Austin seinen Wagen zur Seite stellen. Er verlor nicht nur das dritte freie Training, sondern musste in der Qualifikation und dann im Rennen auch mit einem älteren Motor der zweiten Ausbaustufe vorliebnehmen. Der ist an Ende seiner Laufleistung angekommen und kann beim kommenden GP-Wochenende in Brasilien nicht noch einmal als Notnagel dienen.

Eine Möglichkeit: Der Monegasse Leclerc erhält in Interlagos den reparierten Motor aus Texas, allerdings ist noch immer nicht im Detail klar, ob diese Antriebseinheit beim Defekt nicht zu sehr überhitzt hat.

Darauf basierend entstand diese Idee: Sollte in den Wagen von Charles nicht ohnehin ein neues Triebwerk eingebaut werden müssen (was eine Strafversetzung von zehn Rängen zur Folge hat), wieso dann nochmals eine Spezifikation 3, wo die Techniker doch eine prima Gelegenheit erhalten würden, gewisse Entwicklungen hinsichtlich der Saison 2020 auszuprobieren? Wir nennen diesen Motor mal salopp Spezifikation 4. Gemäss unseres Kollegen Franco Nugnes von der italienischen motorsport.com wird das derzeit intensiv diskutiert zwischen Motorenchef Wolf Zimmermann und Teamchef Mattia Binotto.

Interlagos erfordert einen hohen Volllast-Anteil (rund 70 Prozent der Strecke), die Meereshöhe von rund 800 Metern stellt die Aggregate auf die Probe, nicht so extrem wie in Mexiko-Stadt, aber dennoch – ein guter Prüfstand.

Aufholjagden sind in Interlagos durchaus möglich: Daniel Ricciardo wurde 2018 vom elften Startplatz Vierter und Lewis Hamilton raste 2017 aus der Boxengasse ebenfalls zu Rang 4.

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