Brasilien-GP: Kimi Räikkönen um Podestplatz betrogen?

Von Mathias Brunner
Carlos Sainz vor Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi

Carlos Sainz vor Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi

​Die Alfa Romeo-Sauber-Fahrer Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi belegten nach dem turbulenten Brasilien-GP die Ränge 4 und 5. Aber ist der «Iceman» um einen Podestplatz betrogen worden?

Im und nach dem WM-Lauf in Interlagos ging es drunter und drüber. Nach den atemberaubend packenden letzten Runden dieses dramatischen Rennens wurde zunächst Weltmeister Lewis Hamilton mit einer Fünfsekundenstrafe belegt – der Engländer stand zwar als Dritter auf dem Podest, wurde letztlich aber als Siebter gewertet.

McLaren-Fahrer Carlos Sainz rückte somit auf Rang 3 hoch, aber dann kursierte im Fahrerlager des Autódromo José Carlos Pace, dass der Madrilene unter gelber Flagge mit flachgestelltem Flügel unterwegs gewesen sein soll. Das wäre verboten und müsste eine Strafe nach sich ziehen. Fans von Kimi Räikkönen fragen sich: Ist «Iceman» also in Brasilien um einen Podestplatz betrogen worden?

Formel-1-Rennchef Michael Masi nahm zu den Vorwürfen nach dem Rennen Stellung. Der Australier sagt: «Um genau zu sein, waren es gleich acht Fahrer, die im Verdacht standen, das so genannte ‘drag reduction system’, kurz DRS, unter Gelb verwendet zu haben. Das Ganze passierte in jener Phase, als wir die doppelten, gelben Flaggen wegen des ausgerollten Mercedes von Valtteri Bottas zeigten.»

Gelbe Flagge, das bedeutet, dass die Fahrer markant Tempo rausnehmen müssen. Bei acht Piloten bestand der Verdacht, dass sie das nicht getan hatten, also schauten sich die Regelhüter das ein wenig genauer an.

Einige Fahrer, so Masi, hatten dabei kurz zuvor tatsächlich den Heckflügel flachgestellt, bevor sie zur Gefahrenstelle kamen. Der Australier weiter: «In solch einer Situation gilt als massgebliche Frage – hat der betroffene Pilot bedeutend verlangsamt? Wir haben uns das bei jedem Einzelnen angeschaut, und die Antwort lautete bei allen: ja, das haben sie. Aufgrund dieser Erkenntnis kamen die Rennkommissare zum Schluss, dass keine weitere Untersuchung nötig ist.»

Immer wieder ist das ein Thema: Nehmen die Fahrer wirklich genügend Tempo raus an einer Gefahrenstelle? Sieht der Formel-1-Rennleiter einen Anlass, den Fahrern einmal mehr ins Gewissen zu reden? Michael Masi: «Hier muss man wirklich jeden Fall im Einzelnen anschauen. Und genau dazu haben wir ja die Rennkommissare. Es liegt in ihrem Ermessen zu entscheiden, ob sich die Fahrer so verhalten haben, wir das im Reglement verankert ist. In Brasilien war dies der Fall, daher keine vertiefende Untersuchung und letztlich auch keine Strafe.»

Es blieb also bei den Rängen 4 (Kimi Räikkönen) und 5 (Antonio Giovinazzi) für den Rennstall aus dem Zürcher Oberland. Davor hatte es letztmals die Plätze 4 und 5 für Sauber in Belgien 2004 gegeben, damals wurden Felipe Massa Vierter und Giancarlo Fisichella Fünfter.

Noch nie in der Turbohybrid-Ära der Formel 1 seit Anfang 2014 hatten die Schweizer auf einen Schlag 22 Punkte eingefahren. 2015 in Australien hatte es 15 Zähler gegeben, damals wurden der Brasilianer Felipe Nasr Fünfter und der Schwede Marcus Ericsson Achter.

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