Lewis Hamilton: «Mein Vater ist der wahre Held»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

Formel-1-Champion Lewis Hamilton will sich bei den Formel-1- und FIA-Verantwortlichen dafür einsetzen, dass mehr Kinder aus der Arbeiterklasse eine Chance bekommen, Rennfahrer zu werden.

Für Lewis Hamilton und seinen Vater Anthony ging die Rechnung auf: Der sechsfache Champion schaffte es nicht nur in die Königsklasse des Formelsports, er dominiert auch schon seit Jahren das Geschehen – und wird dafür von seinem Arbeitgeber auch fürstlich belohnt. Die Zeiten, in denen das Geld zu knapp war, um Rennen zu bestreiten, sind längst vergangen, aber nicht vergessen.

Bei seinem Auftritt in der Graham Norton Show von BBC erinnerte sich der 34-jährige Brite: «Es gab Zeiten, da kam ich von der Schule und sagte meinem Vater, dass ich bereit fürs Rennfahren bin, und er musste mir dann erklären, dass wir leider nicht das Geld hatten, um an diesem Wochenende dabei zu sein. Mein Vater ist also der wahre Held, ich bin nur der, der im Scheinwerferlicht steht. Hätte mein Papa damals nicht so viel für mich unternommen und wäre ich als Dreizehnjähriger nicht von Ron Dennis unter Vertrag genommen worden, dann würde ich heute nicht hier sein sondern etwas Anderes machen.»

Hamilton, der aus der Arbeiterklasse kommt, ist sich sicher: Heutzutage ist es noch schwieriger, in die Formel 1 vorzustossen, wenn das Geld nicht vorhanden ist. «Es ist viel schlimmer geworden. Mein Vater gab etwa 20.000 Pfund aus und nahm mehrere Hypotheken auf in den ersten Jahren. Doch heutzutage ist es irre teuer geworden. Es gibt sehr wenige, wenn nicht gar keine, Familien aus der Arbeiterklasse, die das machen, es sind alles reiche Familien», erklärte er.

«Ich habe einen Freund, der es fast geschafft hätte, doch dann wurde er einfach von einem reichen Kind ausgebremst und seine Chance war dahin», erzählte der 83-fache GP-Sieger, der sich mit bei den Formel-1-Verantwortlichen und Vertretern des Automobilweltverbands FIA dafür starkmachen will, um den Zugang für die weniger wohlhabenden Talente zu erleichtern. «Sie könnten mehr unternehmen, es muss wirklich nicht so teuer sein, wie es heute ist.» Er wollte den Zugang offener gestalten, wie bei anderen Sportarten wie Fussball oder Tennis, beteuerte er.

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