Editorial

Motorsport 2020: Spannung, Neuigkeiten & Abwechslung

Von - 27.12.2019 13:35

Die Motorsportsaison 2020 verspricht Abwechslung, Überraschungen und neue Champions. SPEEDWEEK.com möchte die Fans bei allen großen Events auf dem Laufenden halten.

Die Motorsportsaison 2019 hat uns in allen erdenklichen Serien, Meisterschaften und Disziplinen mit etlichen Überraschungen, mit viel Spektakel und sehenswerten Darbietungen unterhalten und begeistert. Es deutet viel darauf hin, dass die Saison 2020 nicht weniger aufregend und abwechslungsreich verlaufen wird. Vor allem haben wir in einigen namhaften Serien die Hoffnung, dass neue Weltmeister und neue Sieger zum Vorschein kommen.

In der Formel 1 hat die Vorherrschaft von Mercedes bereits geschäftsschädigende Ausmaße angenommen.

Mercedes hat in den letzten sechs Jahren sechs Fahrer- und sechs Konstrukteurs-WM-Titel beiseite geschafft. In der Turbo-Hybrid-Ära hat Daimler fast drei Viertel aller Formel-1-Rennen gewonnen – nämlich 89 von 121.

Aber Ferrari hat in der Schumacher-Ära ähnlich dominiert und von 1999 bis 2004 nicht weniger als sechs Konstrukteurs-Titel in Serie gewonnen und mit Schumi fünf Fahrer-WM-Titel von 2000 bis 2004 erobert.

Aber trotz der klaren Mercedes-Herrschaft haben wir 2019 einige erfrischende Rennen erlebt, denn Sebastian Vettel hat bei Ferrari mit Charles Leclerc anstelle des problemlosen Kimi Raikkönen einen neuen starken Herausforderer bekommen. Red Bull Racing hat mit Max Verstappen und den verbesserten Honda-Motoren stark aufgeholt, vier GP-Siege erobert und den dritten WM-Rang erreicht.

Gleichzeitig sind wir gespannt, wie die Formel 1 in Zukunft technisch aussehen wird und auf welches Reglement sich die Teams und Hersteller einigen.

Vollkommen neu gemischt sind die Karten in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Weltmeister Ott Tänak ist von Toyota zu Hyundai gewechselt, der dort mit Vizeweltmeister Thierry Neuville und Teilzeit-Pilot Sébastien Loeb ein Dream-Team bildet. Tänaks Cockpit bei Toyota hat der entthronte Champion Sébastien Ogier übernommen. Die Lücke, die Ogier bei Citroën Racing hinterlässt, wird nicht gefüllt. Citroën Racing hat sich als Reaktion auf den Vertragsbruch des sechsmaligen Weltmeisters aus der WRC verabschiedet. zum dritten Mal.

Sebastien Ogier hat sogar den dritten WM-Rang erreicht, aber nach dem Rückzug von Citroën Racing erwartet Ogier 2020 bei Toyota mit dem Yaris WRC eine neue Herausforderung. Von 23. bis 26. Januar findet für den sechsfachen Weltmeister bei der «Monte» die erste große Bewährungsprobe statt.

Zusätzliche Würze ins Rallye-Geschehen bringen die neuen WM-Läufe in Kenia (Schotter) und Japan (Asphalt) sowie die Rückkehr von Neuseeland (Schotter) in den Kalender. Wegen der Unruhen im Land ist die Rallye Chile dagegen abgesagt worden.

Die DTM erlebte mit Aston Martin einen neuen Hersteller als Ersatz für Mercedes, aber die DTM-Zukunft der britischen Marke bleibt rätselhaft. Und auf die Dauer kann diese Serie mit Audi und BMW allein nicht überleben.

In der MotoGP-WM hat der 26-jährige Marc Márquez in sieben Jahren sechs WM-Titel auf der Repsol-Honda gewonnen. Aber Ducati mit Andrea Dovizioso, zuletzt dreimal in Serie Vizeweltmeister, Yamaha mit dem WM-Dritten Maverick Viñales und Suzuki mit dem WM-Vierten Alex Rins wollen den Spanier vom Thron stürzen.

2020 sehen wir mit Marcel Schrötter (in der Moto2) nur noch einen deutschen Motorrad-GP-Stammfahrer, das Aufgebot des 80-Millionen-Landes sinkt somit zahlenmäßig auf das Niveau von Kasachstan. In der Schweiz blieb vom einst üppigen Moto2-WM-Aufgebot (mit Lüthi, Krummnacher, Mulhauser, Raffin und Aegerter) nur der WM-Dritte Tom Lüthi übrig.

Immerhin werden wir Honda-MotoGP-Testfahrer Stefan Bradl bei zwei oder drei Grand Prix mit einer MotoGP-Wildcard sehen. Und das Red Bull KTM-Werksteam will sich in der MotoGP-WM 2020 Richtung Top-5 vorarbeiten. Einen sechsten und siebten GP-Platz hat KTM 2019 bereits errungen, dazu einen aufsehenerregenden zweiten und einen starken dritten Startplatz in Misano und Brünn.

In der Superbike-WM ist für Abwechslung gesorgt, denn Honda steigt erstmals seit vielen Jahren mit einem HRC-Werksteam ein. Der 16-fache Saisonsieger Álvaro Bautista wurde bei Ducati weggelockt und soll die neue Honda CBR1000RR-R in absehbarer Zeit zum ersten Superbike-WM-Titel für Honda seit 2007 führen.

Ducati setzt ein ganzes Geschwader von V4-Panigale-Maschinen ein, um die Serien-Titelgewinne von Kawasaki und Johnny Rea endlich zu stoppen.

BMW sorgt in der Superbike-WM immer wieder für Achtungserfolge, kann sich aber nicht zu einem echten Werksengagement hinreißen lassen. Mit Tom Sykes und Eugene Laverty existiert aber eine vielversprechende Fahrerpaarung für 2020.

SPEEDWEEK.com wird auch künftig mit einem breiten Netzwerk von Berichterstattern, Korrespondenten, Kolumnisten und Fotografen bei allen wichtigen Events live vor Ort sein und über alle Neuigkeiten, Gerüchte und Pläne berichten, die Situation regelmäßig mit fachkundigen Kommentaren beleuchten, bei heiklen Themen Experten zu Rate ziehen. Wir werden weiter versuchen, dank neugieriger Fachjournalisten, guter Schreiber und eifriger Rechercheure ein unersetzliches Bollwerk inmitten der in einem schwierigen Umfeld agierenden Medienlandschaft zu bleiben.

Dass uns dies nicht immer lückenlos gelingen wird, wegen Zeitmangel, sich ständig ändernden Voraussetzungen bei Herstellern, Teams, Sponsoren und Veranstaltern, dafür bitten wir jetzt schon um Rücksicht und Verständnis.

Aber wir haben seit Jahren das gleiche Ziel. Unsere Nachrichten sollen buchstäblich das darstellen, was dieses Wort verspricht:
Neuigkeiten, nach denen man sich richten kann.

Guten Rutsch, viel Gesundheit und Erfolg im Neuen Jahr.

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