Klien: Red Bull Racing wird für den Titel mehr machen

Von Andreas Reiners
Christian Klien

Christian Klien

Das Duell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton hat es in sich. Der frühere Formel-1- und heutige DTM-Pilot Christian Klien geht davon aus, dass es auch nach der Sommerpause eng bleibt. Und aggressiv.

Max Verstappen gegen Lewis Hamilton, Red Bull Racing gegen Mercedes: Der Titelkampf in der Formel 1 polarisiert, er fasziniert, er hat alle Zutaten für eine Fortsetzung der bisherigen Achterbahnfahrt. Mit Vorteil für Red Bull, glaubt der frühere Formel-1-Fahrer Christian Klien.

«Es ist ziemlich ausgeglichen, Red Bull ist auf Augenhöhe. Aber sie werden mehr machen, um diesen WM-Titel einzufahren, als Mercedes. Red Bull ist jahrelang hinter Mercedes hinterhergefahren. Diese Chance darf und will man sich nicht entgehen lassen», sagte der Österreicher im Rahmen des DTM-Rennwochenendes in Zolder im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Klien feierte dort mit JP Motorsport als Gaststarter sein DTM-Debüt.

Er glaubt, dass sich Mercedes bei dem Spagat – Titelkampf 2021 und Vorbereitung auf das neue Auto 2022 – mehr auf die Zukunft konzentrieren wird.

Die Gegenwart spricht aber aktuell für die Silberpfeile – nach den wilden Rennen in Silverstone mit dem Verstappen-Crash und der Bowling-Aktion des Hamilton-Teamkollegen Valtteri Bottas in Ungarn hat Hamilton acht Punkte Vorsprung auf Verstappen. Und das Momentum auf seiner Seite.

Fakt ist: Motorsport ist immer auch Kopfsache. Werden dem Niederländer die verlorenen Punkte nachhängen?

Klien denkt nicht. «Er ist da in gewisser Weise als Rennfahrer einfacher gestrickt, er ist ein purer Racer, hat ein mega Selbstvertrauen. Das wird ihm sehr helfen, über die Rückschläge hinwegzukommen und den Blick nach vorne zu richten», so Klien: «Der wird noch motivierter aus der Sommerpause kommen. Und klar ist: Es wird eng und aggressiv bleiben, beide sind auf Augenhöhe.»

Aggressiv wurde es nach dem Crash in Silverstone abseits der Strecke, die Giftpfeile flogen zwischen Red Bull und Mercedes munter hin und her, der Psychokrieg zwischen den beiden Teams erlebte rund um den Verstappen-Crash einen vorläufigen Höhepunkt.

Dabei besteht durchaus die Gefahr, dass man sich als Rennstall in so einem verbalen Psychoduell verliert, aufreibt. Wie Red Bull nach Silverstone, als die Verantwortlichen sogar den Crash durch DTM-Pilot und Formel-1-Ersatzfahrer Alex Albon nachstellen ließen, um eine höhere Strafe für Hamilton zu erreichen.

«Man darf das Wesentliche nicht vergessen, also das Racing. Aber Max und Lewis machen das nicht. Die hat das so sehr genervt, in Ungarn nochmal eine Frage nach der anderen zu Silverstone zu bekommen, die wollten einfach nur fahren», sagte Klien.

Die verbalen Kämpfe abseits der Strecke würden sowieso medial oft aufgebauscht, meint Klien: «Wenn, dann kommt so etwas von Toto Wolff, Helmut Marko oder Christian Horner. Irgendwann müssen sie es aber auch mal ablegen, es ist gut, dass die Sommerpause da ist.»

Klien ist sich aber sicher, dass Verstappen gegen Hamilton zu den legendären «Hassduellen» der Formel-1-Geschichte zählen wird. «Ich denke schon. Silverstone wird bleiben. Wenn wir in zehn Jahren über Max Verstappen und Lewis Hamilton sprechen, wird das so ähnlich sein wie bei Ayrton Senna und Alain Prost», sagte er. Denn der aktuelle Titelkampf hat alle Zutaten.

Ungarn-GP, Budapest (nach Ausschluss Vettel)

01. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:40:00,248h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +2,736
03. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +15,018
04. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +15,651
05. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +1:03,614 min
06. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1:15,803
07. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1:17,910
08. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1:19,094
09. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:20,244
10. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
11. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1 Runde
12. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
13. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
Out
Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, Kollision
Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, Kollision
Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, Kollision
Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, Kollision
Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, Kollision
Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, Kollision
Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, Disqualifikation, zu wenig Sprit

WM-Stand nach 11 von 23 Rennen

Fahrer 
1. Hamilton 195 Punkte
2. Verstappen 187
3. Norris 113
4. Bottas 108
5. Pérez 104
6. Sainz 83
7. Leclerc 80
8. Gasly 50
9. Ricciardo 50
10. Ocon 39
11. Alonso 38
12. Vettel 30
13. Tsunoda 18
14. Stroll 18
15. Latifi 6
16. Russell 4
17. Räikkönen 2
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 303
2. Red Bull Racing 291
3. Ferrari 163
4. McLaren 163
5. Alpine 77
6. AlphaTauri 68
7. Aston Martin 48
8. Williams 10
9. Alfa Romeo 3
10. Haas 0


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