Lotus-Saga ohne Ende

Von Peter Hesseler
Formel 1
Fernandes (m.) und Hunt (r.) in Singapur 2010

Fernandes (m.) und Hunt (r.) in Singapur 2010

Streit um die Namensrechte an «Team Lotus» spitzt sich zu: Unterschiedliche Wahrheiten von David Hunt und Tony Fernandes treffen aufeinander.

Der Streit um die Rechte am Namen «Team Lotus» geht in London ungeachtet des Saisonauftakts weiter. Seit Montag dieser und bis Mitte kommender Woche wird vom Obergericht London die Lage geprüft. Und die ist verwirrend.

Im Clinch miteinander liegen das frühere Team Lotus Racing, das sich 2011 als Team Lotus in die WM 2011 eingetragen hat, und das ehemalige Renault-Team, das sich als «Lotus Renault Team» betrachtet und das Lotus-Emblem und die Rechte am historischen Teamnamen ebenfalls für sich beansprucht.

Beide Unternehmen sind in malaysischem Besitz. Team Lotus hatte die Rechte nach eigener Aussage im vorigen Herbst von David Hunt erworben, dem Bruder des verstorbenen Weltmeisters von 1976, James Hunt.

Doch David Hunt bestreitet dies plötzlich. Er behauptet, Team-Lotus-Mitbesitzer Tony Fernandes habe sich nicht an die Vereinbarungen gehalten und den Vertrag urplötzlich zu Jahresbeginn nachbessern wollen. Er erweckt den Anschein, als wolle Air-Asia-Besitzer Fernandes den Preis drücken.

Auf SPEEDWEEK Nachfrage teilt Team-Sprecherin Silvia Schaumlöffel mit: «Fernandes hat den Vertrag längst unterschrieben und erfüllt. Ihr kennt doch Tony.»

Wenn dies stimmt, dann würde es naheliegen, dass Hunt neue Wahrheiten auftischt, um die Rechte teurer zu verhökern als 2010 mit Fernandes vereinbart. Denn inzwischen ist mit der Lotus-Cars-Gruppe, die hinter dem Renault-Team steht, ein potenter Interessent auf den Plan getreten. Und es erscheint durchaus denkbar, dass die Lotus-Cars-Gruppe Hunt mit einem Gegenangebot versucht(e), sich selbst die Rechte am Namen «Team Lotus» zukommen zu lassen, anstatt Fernandes.

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