Europa und Amerika kommen einander näher
Es ist ein Trend, der sich quer über (fast) alle Motorsport-Arten beobachten lässt: Die beiden einst kaum verbundenen Motorsport-Welten suchen aktiv die Annäherung – mit Erfolg.
Als am Freitag in der Nacht in Los Angeles die Reste der Party anlässlich der Präsentation von
Moment: Cadillac? Da war doch was? Genau: Letzten Sommer und Herbst rüttelte
Mehr als Netflix
Die Liebe (oder zumindest das gesteigerte Interesse) des US-Publikums an europäischen Rennserien allein mit dem Netflix-Effekt zu erklären, greift dabei zu kurz. Hier ist tatsächlich ein Kulturwandel im Gange, der beide Seiten betrifft. Vereinfacht gesprochen lautete das europäische Dogma die längste Zeit: Möge der beste gewinnen. Und die amerikanische Gegenseite: Mögen wir spannende Rennen sehen. Das führte auf der einen Seite zu grimmigem Wettrüsten bis hin zu einer Formel 1, die an der Grenze zur Unfinanzierbarkeit stand – selbst für Automobil-Werke. Auf der anderen Seite hatten US-Rennen sehr oft künstliche Elemente mit zu viel Show, zu vielen Safety-Cars, Renn-Unterbrechungen (die praktischerweise für Werbung genutzt werden konnten) und einer Technik, die europäische Feinspitze nur belächelten.
Für Vertreter der alten europäischen Schule wie
Aus diesem Grund hielten sich US-Hersteller von der Formel 1 fern (mit Ausnahme von
Follow the moneyNun aber ändert sich das gerade. Nicht nur, dass die Formel 1 in Amerika relevanter geworden ist: Erstmals kann sie auch ein Geschäftsmodell sein. Wer sieht, wie der Wert der einzelnen Mitglieder dieses exklusiven Klubs gestiegen ist, wird sich wünschen, schon viel früher eingestiegen zu sein. Außerdem sind die laufenden Kosten dank Salary Cap kalkulierbar, und als US-Marke lassen sich dort gut Sponsorengelder abholen. Natürlich sind die 24 Stunden von Daytona in technischer Hinsicht in keinster Weise mit der F1 vergleichbar, aber sie sind eine relevante Fingerübung. Sich wie dieses Wochenende mit Porsche ein Match um den Gesamtsieg liefern zu können, ist keine Kleinigkeit.
Wir Europäer werden andererseits gerade mit dem amerikanischen Verständnis von Motorsport vertrauter. Sah das Rahmenprogramm vor F1-Rennen auf dem alten Kontinent jahrzehntelang gleich aus (alte Männer in Sakkos als Ehrengäste auf der Startaufstellung, Flugshow, Hymne), nehmen wir seit ein paar Jahren interessiert zur Kenntnis, wie viel mehr da geht. Dass ein F1-Rennen ein Gesamt-Erlebnis sein kann, das man auch ohne allzu viel Fachwissen, pardon: konsumieren kann, hat Las Vegas vorgezeigt, und mit etwas anderen Vorzeichen auch der GP in Miami. Wenn auf den Tribünen 15jährige sitzen, die mit dem Thema über
in Berührung gekommen sind, ist das der richtige Weg, um Motorsport in der Gesellschaft zu verankern. Sie sind die Fans der Zukunft, ob es uns nun gefällt oder nicht. Selbst wenn wir etliche in den kommenden Jahren möglicherweise wieder verlieren werden: Die Fan-Basis hat sich durch den US-Zugang deutlich verbreitert, die Zielgruppe ist jünger geworden.
Ohne lokale Identifikationsfiguren ist jedoch alles nichts. Kein Land weiß das besser als Deutschland, das nach den Boom-Jahrzehnten von
und Sebastian Vettel
gerade lernt, dass es nicht selbstverständlich ist, Weltmeister am laufenden Band zu produzieren und jedes Rennen im Free-TV anschauen zu können. Aber drehen wir den Spieß doch um: Was würde ein F1-Weltmeister aus Amerika drüben für einen Hype auslösen? Michael, Sohn des 1978er-Weltmeisters
Ein echter Fight zwischen US-Teams mit US-Fahrern gegen Europa, und zwar in Formel 1, MotoGP, auf der Langstrecke und wo auch immer wir Europäer uns den ureigenen US-Serien auf deren Terrain stellen: Das wäre wirklich das nächste Level im globalen Motorsport.
Follow the money
Nun aber ändert sich das gerade. Nicht nur, dass die Formel 1 in Amerika relevanter geworden ist: Erstmals kann sie auch ein Geschäftsmodell sein. Wer sieht, wie der Wert der einzelnen Mitglieder dieses exklusiven Klubs gestiegen ist, wird sich wünschen, schon viel früher eingestiegen zu sein. Außerdem sind die laufenden Kosten dank Salary Cap kalkulierbar, und als US-Marke lassen sich dort gut Sponsorengelder abholen. Natürlich sind die 24 Stunden von Daytona in technischer Hinsicht in keinster Weise mit der F1 vergleichbar, aber sie sind eine relevante Fingerübung. Sich wie dieses Wochenende mit Porsche ein Match um den Gesamtsieg liefern zu können, ist keine Kleinigkeit.
Wir Europäer werden andererseits gerade mit dem amerikanischen Verständnis von Motorsport vertrauter. Sah das Rahmenprogramm vor F1-Rennen auf dem alten Kontinent jahrzehntelang gleich aus (alte Männer in Sakkos als Ehrengäste auf der Startaufstellung, Flugshow, Hymne), nehmen wir seit ein paar Jahren interessiert zur Kenntnis, wie viel mehr da geht. Dass ein F1-Rennen ein Gesamt-Erlebnis sein kann, das man auch ohne allzu viel Fachwissen, pardon: konsumieren kann, hat Las Vegas vorgezeigt, und mit etwas anderen Vorzeichen auch der GP in Miami. Wenn auf den Tribünen 15jährige sitzen, die mit dem Thema über
Ohne lokale Identifikationsfiguren ist jedoch alles nichts. Kein Land weiß das besser als Deutschland, das nach den Boom-Jahrzehnten von
Ein echter Fight zwischen US-Teams mit US-Fahrern gegen Europa, und zwar in Formel 1, MotoGP, auf der Langstrecke und wo auch immer wir Europäer uns den ureigenen US-Serien auf deren Terrain stellen: Das wäre wirklich das nächste Level im globalen Motorsport.
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