Felipe Massa: «Ich habe vielen Fahrern geholfen»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1

Felipe Massa ist ein Pilot, der seit vielen Jahren Erfahrung mit Teamorder hat, bei der in der Regel den Kürzeren zog. Trotzdem verteidigt der Brasilianer diese Taktik.

Ein Mal wäre Felipe Massa um ein Haar Weltmeister geworden, das war 2008, als ihm Lewis Hamilton in letzter Sekunde noch den Titel vor der Nase wegschnappte. Seitdem ist der Brasilianer über einen 6. Platz in der Wertung (2010 und 2011) nicht mehr hinaus gekommen. Dafür war Massa aber immer da, wenn sein Teamkollege ihn im Kampf um die WM brauchte. Und er tat das auch gerne, wie er jetzt im Vorfeld des Grand Prix von China erklärte.

Er hätte nichts gegen Teamorder, sagte Massa. «Wenn es intelligent und zum richtigen Zeitpunkt ist, dann habe ich kein Problem damit. Ich habe das schon sehr oft mitgemacht. Ich habe vielen Fahrern geholfen, auch Kimi Räikkönen, als er Weltmeister wurde. Natürlich habe ich auch Fernando Alonso bei wichtigen Rennen im letzten Jahr unter die Arme gegriffen, in denen er um die Meisterschaft gekämpft hat. Wie gesagt, wenn es der richtige Zeitpunkt ist, dann habe ich kein Problem damit.» Manchmal sei es aber nicht sehr intelligent, lacht der Ferrari-Pilot in Anspielung auf die Vorkommnisse in Malaysia vor drei Wochen. «Dann gefällt es mir natürlich nicht.»

Andererseits versteht Massa auch den Äregr der Zuschauer, die echte Rennen und Kämpfe zwischen den Fahrern sehen wollen und keine, die von den Kommandoständen beeinflusst werden. «Jeder hat in diesem Punkt seine eigene Meinung und alle sind verschieden», philosophiert der Paulista. «Ich habe da meine eigene Meinung. Wenn es zu einem intelligenten Zeitpunkt ist, dann versteht es auch jeder, und dann befolge ich es auch gerne.»

In dieser Saison ist Felipe Massa, besonders in den Qualifyings sehr stark. Bei beiden Rennen stand er bisher vor Fernando Alonso in der Startaufstellung, wie auch schon bei den zwei letzten Rennen der vergangenen Saison. Eigentlich hätte sein Aufschwung aber bereits Mitte 2012 begonnen, erklärt Massa, leider seien «aufgrund verschiedener Umstände in den Rennen» nur die Ergebnisse ausgeblieben. «Angefangen hat alles schon letztes Jahr, auch wenn wir dieses Jahr ein anderes Auto haben.»

Im F138 fühle er sich richtig wohl, erklärt der 31-Jährige, «und wenn man sich wohl fühlt und das Auto auch versteht, dann kann man auch konkurrenzfähig sein, egal ob im Qualifying oder im Rennen. Dann kann man 100 Prozent aus dem Auto herausholen. Genau das war in den ersten beiden Rennen der Fall und auch in den letzten beiden letztes Jahr. Ich war im Qualifying und im Rennen konkurrenzfähig. Trotzdem müssen wir weiter arbeiten und das Auto und alles, was im Rennen passiert, immer besser verstehen. Wir müssen versuchen, noch konkurrenzfähiger zu werden.»

Auf die Frage, wie sehr ein Fahrer in die Entscheidungen des Teams involviert sein muss, an die Box zu kommen, wenn es ein Problem gibt, wie bei Fernando Alonso in Malaysia, betont Felipe Massa, dass er immer involviert sein muss. «Das Problem ist aber, wir sehen den Frontflügel nicht, wir spüren es nur.» Alonso sei trotz der Beschädigung schnell gewesen, «und dann denkt man eben, ‹okay, ich schaffe vielleicht noch eine Runde, bis dahin wird es trockener sein, dann stoppe ich und hole neue Reifen. Dann verliere ich weniger Zeit, als wenn ich zwei Mal stoppe.› Nur, er sieht den Flügel nicht, das Team sieht ihn besser. In diesem Fall muss das Team entscheiden, auch wenn er vielleicht sogar noch zwei Runden fahren könnte. Andererseits ist auch die Möglichkeit sehr groß, dass er es nicht schafft. In diesem Fall hat dann das Team das Sagen.»

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