China: Ferrari gegen Mercedes? Vettel chancenlos?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Felipe Massa in Shanghai

Felipe Massa in Shanghai

Dritter Sieger im dritten Saison-GP? Ferrari und Mercedes wirken besonders stark.
Die Mitarbeiter von Ferrari und Mercedes gehen mit stolzgeschwellter Brust durchs Fahrerlager. GP-Sieger Johnny Herbert weiss: «Die Reifen an den Ferrari sehen nach einem Lauf durchschnittlich besser aus als jene der Konkurrenz, für mich sind sie hier Favoriten, nicht nur wegen der ersten beiden Ränge im dritten Training.»

Sky-TV-Experte und ex-Formel-1-Fahrer Karun Chandhok ergänzt: «Ich traf gestern einen leitenden Angestellten von Ferrari im Hotel. Er geht davon aus, dass sein Team hier einen Doppelsieg einfahren wird, und er hat dabei ausgehen, als wolle er einen Witz machen.»

Wann stand eigentlich letztmals ein Ferrari auf Pole?

Es war in Hockenheim 2012, und es war Fernando Alonso.

Und Massa?

In Interlagos 2008, vor jenem Grand Prix, in welchem er den WM-Titel haarscharf an Lewis Hamilton (damals McLaren) verlor.

Damon Hill, Formel-1-Champion von 1996, gibt zu bedenken: «Für mich macht Mercedes einen mindestens so starken Eindruck. Und es wäre ein Fehler, Vettel und Webber in den Autos von Red Bull Racing zu unterschätzen. Die zeigen im freien Training selten, was sie wirklich drauf haben.»

Zurück zu Ferrari: Noch nie hat ein Stallgefährte von Fernando Alonso den bärenstarken Spanier fünf Mal in Folge im Quali hinter sich gelassen, aber genau das kann Felipe Massa heute schaffen.

Ein Mitarbeiter von Ferrari weiss: «Der Grund, wieso Felipe Ende 2012 und anfangs 2013 so stark ist – die ganzen Verbesserungen am Ferrari zum Saisonfinale 2012 hin kamen eher seinem Fahrgefühl entgegen. Und er kommt mit der jeweils weicheren Reifenmischung der Generation 2013 besonders gut zurecht. Das zeigt sich auch in den Langläufen.»

Vielleicht fällt Alonso hier auch seine aggressivere Fahrweise auf den Kopf: Der Spanier lenkt jeweils knackig ein, das geht auf die Vorderreifen. Aber genau die sind in China so stark belastet wie kaum auf einer zweiten Formel-1-Bahn.

Generell sieht es vor dem Abschlusstraining so aus: Mit den weicheren Reifen scheint Ferrari am stärksten zu sein, mit den härteren Mercedes. Aber BBC- und SPEEDWEEK-Experte Gary Anderson weiss: «Lewis Hamilton war in einzelnen Sektoren noch schneller als Ferrari, er hat einfach nie eine ganze schnelle Runde zusammen gebracht. Für mich ist er im Kampf um die Pole absolut dabei.»

Wieviele Sorgen muss sich Nico Rosberg wegen des Hydraulikdefektes machen?

Nochmals Johnny Herbert: «Die Hydraulik eines modernen Formel-1-Renners ist kopfschmerzend komplex. Es kann sich um einen Defekt eines Pfennigteils handeln, dann wäre das mit dem Auswechseln des betreffenden Teils erledigt. Es kann sich aber auch um ein Problem tief im System handeln, dann hat Mercedes ein gröberes Problem.»

Red Bull Racing verliert in den Hochgeschwindigkeits-Passagen viel Zeit, auch das ist nichts Neues. RBR kämpft mit dem gleichen Problem aller: Die harten und die weichen Walzen verlangen nach einer unterschiedlichen Fahrzeug-Balance.

Felipe Massa gibt zu Protokoll: «Es ist, als ob du zwei verschiedene Autos fahren würdest.»

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Mathias Brunner
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