Niki Lauda: «Mercedes hat das beste Fahrer-Duo!»

Von Rob La Salle
Formel 1
Dritter Teil des ORF-Interviews mit Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda: Was er von den Silberpfeilen und ihren Fahrern Hamilton und Rosberg erwartet.

Viele Formel-1-Insider murren gegen das FIA-Urteil gegen Mercedes und Pirelli. Aber nur, wenn das Tonband abgeschaltet ist. Man will sich am Thema nicht den Mund verbrennen. Der dreifache Formel-1-Champion Niki Lauda – Aufsichtsrat im GP-Rennstall von Mercedes – hat im TV-Interview von Boris Kastner-Jirka beim ORF erstmals ausführlich zum Test-Skandal Stellung genommen. Im ersten Teil des Interview spart er nicht mit Kritik für Red Bull Racing und Ferrari, im zweiten Teil des Gesprächs steht auch Pirelli am Pranger (Links unten), nun spricht er darüber, was er von den Silberpfeilen erwartet.

Kommen wir zu Mercedes. Im Training klappt es wunderbar: Vier Mal Pole-Position, aber am Ende nur ein Sieg, mit Rosberg in Monaco. Woran liegt das?

Das ist ganz einfach erklärbar. Die Reifen – nicht nur bei Mercedes, bei Red Bull ist es genau das Gleiche – werden im Rennbetrieb um 10 bis 15 Grad wärmer als bei den Autos von Lotus oder Ferrari, abhängig von den jeweiligen Rennstrecken. Das hängt auch davon ab, welche Art Kurven da sind, wieviel aerodynamischen Antrieb man fährt, welche Aussentempertauren herrschen, das gehört alles zusammen.

Wenn sich die Reifen schneller erwärmen, dann ist auch das obere Limit des Reifens rascher erreicht. Und dann fällt der Reifen auch schneller aus dem optimalen Betriebstemperatur-Bereich, und du fährst langsamer. Lotus oder Ferrari können, dank generell niedrigeren Reifentemperaturen, länger schnell fahren. Zudem ist ein breiteres Temperaturfenster für einen Fahrer leichter zu spüren.

Rückt das fahrerische Können dadurch nicht in den Hintergrund?

Nein. Es ist eine riesige Herausforderung für den Fahrer zu wissen – du fährst in so einem kleinen Fenster mit 320 Sachen durch eine Kurve, und du musst dir jüberlegen, wie hart du mit dem Reifen umgehen willst. Das Schöne wäre, einen Reifen zu haben, mit dem man volle Pulle fahren kann, ohne dass man auf das alles Rücksicht nehmen muss. Jetzt sind die Fahrer wirklich gefragt, und die Ingenieure vor noch mehr: Wie komme ich mit dieser schwierigen Situation am besten zurecht? Manche können’s besser, manche weniger gut.

Gibt es, unabhängig von dieser Situation, eine Nummer 1 bei Mercedes?

Nein, gibt es überhaupt nicht, m Gegenteil. Hamilton und Rosberg sind meiner Meinung nach das stärkste Teamin der Formel 1. Weil sie sich gegenseitig in einer freundlichen Atmosphäre vorantreiben. Und ich binsehr zufrieden, wie die das Ganze zusammenbringen. Mercedes ist immerhin jetzt Dritter in der Konstrukteursmeisterschaft. Durch die beiden, die eine gute Leistung bringen.

Das heißt, Sie sind zufrieden mit der Entwicklung, die sich in den letzten Monaten ergeben hat. Aber was soll noch kommen? Was muss noch passieren?

Zufrieden kann man mit der Entwicklung nie sein. Teamchef Ross Brawn und Mercedes-Rennleiter Toto Wolff bemühen sich, jetzt abgesehen von diesen ganzen politischen Streitereien, das Team nach vorne zu bringen. Die grosse Frage heuer ist: wer kann länger entwickeln? Denn nächstes Jahr kommt ein komplett neuer Motor, ein turbogeladener Motor, ein ganz neues Auto. Und irgendwann musst du beginnen, die Ressourcen umzulagern. Wer jetzt länger durchhält, sein diesjähriges Auto auf dem letzten Stand zu halten, der wird länger die Leistungsfährigkeit steigern und länger gut unterwegs sein. Das ist die Hauptaufgabe, der wir uns jetzt stellen müssen.

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