Romain Grosjean: Neuer Lotus-Vertrag nach Rang 3?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Der Genfer Romain Grosjean hat auf dem Nürburgring vielleicht seine Formel-1-Karriere gerettet. Er sollte für 2014 ersetzt werden!

Romain Grosjean (27) brauchte dringend ein Erfolgserlebnis: Nach seinem dritten Platz in Bahrain (wie hier auf dem Nürburgring hinter Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen) gab es für den Doppelbürger (Schweiz/Frankreich) vier Nullrunden – das ist zu wenig. Denn nach der kontrovers diskutierten Saison 2012 steht Grosjean unter ständiger Beobachtung. Alle paar Rennen werden die Leistungen des Hitzkopfs von der Lotus-Teamleitung hinsichtlich eines weiteren Engagements unter die Lupe genommen.

Hinter den Kulissen wurden bereits Weichen gestellt, wie ein Lotus ohne Grosjean aussehen könnte. Die Lotus-Führung hat folgendes Problem: Sollte sich Kimi Räikkönen zu Red Bull Racing abseilen, stehen die Schwarzen ohne Teamleader da. Romain Grosjean ist ein atemraubend schneller Mann, aber seine Leistungen sind zu unkonstant, um ihn für die Rolle des Teamleaders zu qualifizieren – von den menschlichen Qualitäten einer Führungspersönlichkeit mal ganz abgesehen.

Ein Plan sah dabei Folgendes vor: Kimi bei Red Bull Racing, das bedeutet ja gleichzeitig, dass kein Toro-Rosso-Junior zu RBR aufrücken kann. Im Wissen, dass der junge Antonio Felix da Costa jedoch im Rahmen des Red-Bull-Förderprogramms in die Formel 1 hochgezogen werden soll, würde er bei Toro Rosso platziert (neben Daniel Ricciardo) und Jean-Eric Vergne würde zu Lotus wechseln – um die Partner Renault und Total glücklich zu machen, denen der eine Franzose so lieb sein dürfte wie der andere.

Als Teamleader anstelle von Kimi Räikkönen könnte man dann immer noch einen Deutschen namens Nico Hülkenberg verpflichten.

Wieso Grosjean von den neuen Reifen profitiert

Grosjean selber will an diesem Tag nicht über seine Zukunft sprechen. Er will sich einfach über eine starke Leistung und Rang 3 freuen. «Wir wussten, dass es nicht einfach sein würde, hier zu überholen. Also wollten wir in Sachen Strategie etwas anders machen. Das ist voll aufgegangen. Es fühlt sich gut an, wieder mal auf dem Siegerpodest zu stehen. Ich habe das vermisst.»

Es gab nicht den Hauch eines Murrens, dass Romain seinen Stallgefährten Räikkönen vorbei lassen musste – um Kimi eine Titel-Chance gegen Vettel zu bewahren. «Kimis Strategie war ohnehin die leicht Bessere», sagt Grosjean.

Was dürfen wir vom Mann mit den roten Backen nun erwarten? Erneut zerbröselndes Karbon nach Unfällen oder weitere Podestränge? Vielleicht liegt die Antwort in den Reifen. Romain: «Wir haben ja hier Reifen eingesetzt, die wir schon im Training von Montreal ausprobierten. Ich fand die klasse. Für Ungarn erhalten wir 2012er Konstruktionen zurück, das finde ich fabelhaft, denn ich verstand das Verhalten der letztjährigen Reifen viel besser.»

Generell hilft es den Lotus auch, wenn es wärmer ist. Unfassbar: Ausgerechnet in der wetterlaunischen Eifel erlebten wir das erst dritte komplett trockene GP-Wochenende (nach China und Bahrain). Aber drei der vier nun folgenden WM-Läufe finden in der Regel unter eher hohen Aussentemperaturen statt – Ungarn, (okay, Belgien eher nicht) Monza und Singapur.

Das ist ganz nach dem Geschmack von Romain Grosjean.

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