Nach PURE-Pleite: Pollock sucht den neuen Villeneuve

Von Mathias Brunner
Formel 1
Jacques Villeneuve und Craig Pollock zu BAR-Honda-Zeiten

Jacques Villeneuve und Craig Pollock zu BAR-Honda-Zeiten

Als Manager von Jacques Villeneuve wurde Craig Pollock bekannt. Als BAR-Teamchef und mit dem Turbomotor-Projekt PURE ging der Schotte baden. Jetzt fördert er wieder Talente.

Wir stehen an der Schwelle zur neuen Turbo-Ära. Die traditionsreiche Motoren-Schmiede Cosworth kann diesen Schritt aus finanziellen Gründen nicht mitmachen – 2014 werden wir in der Formel 1 deshalb ausschliesslich Antriebs-Einheiten von Ferrari, Renault und Mercedes sehen; 2015 stösst Honda hinzu. Wenn es nach Craig Pollock (56) ginge, so hätten im kommenden Jahr auch Rennwagen mit PURE-Aggregaten am Start gestanden. Aber PURE (für Propulsion Universelle et Recuperation d’Energie) strandete, weil sich Geldgeber zurückzogen. Es ist nicht das einzige Projekt, das Pollock in den Sand setzte.

Zum Motorsport kam Pollock als Ski-Gefährte des jungen Jacques Villeneuve in der Schweiz, Pollock wurde Manager des Franko-Kanadiers. Der Sohn des legendären Gilles Villeneuve arbeitete sich stetig hoch – Formel 3, Formel Atlantic, IndyCars, IndyCar-Champion, Indy-500-Sieger. Ab 1996 sass er im Formel-1-Williams und hätte um ein Haar seinen ersten Grand Prix gewonnen. 1997 war er Weltmeister.

1998 kaufte Pollock mit Hilfe des Tabak-Unternehmens «British American Tobacco» (BAT) den Tyrrell-Rennstall, nannte ihn in BAR um (British American Racing), sein Freund Villeneuve kam mit. Drei Jahre lang blieb das Team weit hinter den Erwartungen zurück, dann wurde Teamchef Pollock durch David Richards ersetzt. Pollock blieb Teilhaber, bis der Rennstall 2004 an Honda verkauft wurde. Pollock blieb auch Manager von Villeneuve – bis Ende 2008.

Es wurde eine Weile lang ruhig um den vielsprachigen Schotten. Im Mai 2011 tauchte er mit PURE wieder auf. Die Verpflichtung des Motorenspezialisten Gilles Simon (ex-Peugeot, ex-Ferrari) zeigte – es war Pollock ernst. Den Geldgebern leider nicht: als sich der Haupt-Investor zurückzog, war das Projekt tot.

Nun gibt es ein Lebenszeichen von Craig Pollock: Er hat in Luxemburg eine Firma gegründet, «The Pollock Formula». Craig meint: «Es gibt so viele Talente, deren Karrieren ins Stocken geraten oder entgleisen, weil ihnen die Mittel fehlen. Wir wollen Investoren und aufstrebende Rennfahrer zusammenbringen.» Als Schlüssel dazu sieht sich Pollock selber: «Die Formel 1 ist der kleinste Privat-Klub der Welt, da kommt man nur mit Beziehungen hinein. Und die habe ich.»

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