Giancarlo Minardi: «Traktionskontrolle bei Vettel?»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Giancarlo Minardi hegt einen schwerwiegenden Verdacht gegen Red Bull Racing

Giancarlo Minardi hegt einen schwerwiegenden Verdacht gegen Red Bull Racing

Ex-Rennstallbesitzer Giancarlo Minardi machte beim Grand Prix von Singapur einige ungewöhnliche Beobachtungen und hegt einen schwerwiegenden Verdacht gegen Red Bull Racing.

Knapp eine Woche nach dem Grand Prix von Singapur meldet Giancarlo Minardi Zweifel an, ob bei Sebastian Vettels überlegener Siegesfahrt auf dem Marina Bay Circuit vielleicht eine Art Traktionskontrolle im Einsatz gewesen sein könnte.

Seit Giancarlo Minardi sein Team 2001 verkauft hat, ist er nur noch selten an Rennstrecken zu sehen. In Singapur war der 66-Jährige aber wieder zu Gast und war begeistert von der Atmosphäre des einzigen Nachtrennens im Kalender. Gleichzeitig fielen dem Italiener aber auch einige unegwöhnliche Dinge auf, und er hat «Fragen, auf die ich gerne ein paar Antworten finden würde.»

Von seinem Platz am Ende der Start-Ziel-Geraden konnte Minardi live alle Autos auf der Strecke beobachten, bevor sie in die erste Schikane einbogen, und gleichzeitig auf einem Monitor die Rundenzeiten sehen. «Seit ich Singapur verlassen habe, geht es mir nicht mehr aus dem Kopf, dass Sebastian Vettel 2,5 Sekunden schneller war als sein Teamkollege Mark Webber und alle anderen», schreibt der Italiener auf seiner Website.

«Ich möchte Vettel, der seinen Red Bull Racing immer am besten beherrscht, keinesfalls abwerten und auch niemand an den Karren fahren, ich möchte nur sagen, was ich selbst während des Rennens gesehen und gehört habe», erklärt der ehemalige Teambesitzer und Teamchef. «Aus meiner Erfahrung heraus glaube ich, dass ein Vorsprung von 2,5 Sekunden pro Runde zu viel ist. Das ist wie ein Entwicklungsunterschied von drei Generationen, ein riesiger Unterschied.»

Außerdem habe der Zeitunterschied zwischen Vettel, Romain Grosjean und Nico Rosberg im dritten Freien Training nur ein paar Zehntel betragen, führt er aus und selbst wenn Sebastian Vettel am Samstag «Katz und Maus» gespielt hätte, würde das den Leistungssprung zum Rennen noch nicht erklären.

«Ich habe mir ein paar Referenzpunkte genommen, um die Fahrer zu beobachten und zu vergleichen. Diese waren die Randsteine in der Kurve, die auf den Republic Boulevard führt. Sie sollen verhindern, dass die Fahrer über den Randstein überholen», schreibt er weiter. «Ich war beeindruckt, wie sauber Vettel auf diesem Teil der Strecke fuhr. Er konnte die gesamte Gerade entlang fahren, ohne auch nur ein einziges Mal korrigieren zu müssen, im Gegensatz zu allen anderen, auch seinem Teamkollegen. Im letzten Sektor, dem mit den meisten Kurven, war seine Zeit auch erstaunlich.»

Vettel hätte auf dieser Geraden auch 50 Meter früher beschleunigt als alle anderen, sagt Minardi und deutet an, dass da nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. «Mich hat das Motorengeräusch am meisten verblüfft. Davon abgesehen, dass er 50 Meter vor allen anderen beschleunigt hat, klang der Motor auch anders als alle anderen Renault-Motoren, inklusive dem von Mark. Das Geräusch, das er machte, war ähnlich dem eines Motors, als die Traktionskontrolle in früheren Jahren einsetze.»

Als Beispiel führt Minardi den Teil des Rennens nach der Safety-Car-Phase an. «Er hatte einen grandiosen Start und fuhr einige exzellente Runden, in denen er einen Vorsprung von 32 Sekunden auf Fernando Alonso aufbaute. Dann hielt er den, falls er nochmal an die Box müsste. Zu dieser Zeit war der Renault-Motor stärker als alle anderen im Feld.»

All diese Punkte, «Vettels saubere Art zu fahren, dass er 50 Meter früher als alle anderen Gas geben konnte, das ungewöhnliche Motorengeräusch und der große Vorsprung auf den Rest des Feldes» würden Fragen aufwerfen, auf die er gerne Antworten hätte, meint Minardi. «Diese Zweifel sind umso ernster, als dass Webber das nicht tun konnte», begründet er seinen Verdacht. «Ich möchte niemand anklagen, ich würde der Sache nur gerne auf den Grund gehen.»

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