Mark Webber: Ist er beliebter als Sebastian Vettel?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel und Mark Webber nach dem Türkei-GP: blöd gelaufen

Sebastian Vettel und Mark Webber nach dem Türkei-GP: blöd gelaufen

Die Fahrer-WM ist entschieden, der Konstrukteurs-Pokal auch. Geschenke erwartet Pole-Mann Mark Webber von Sebastian Vettel in Abu Dhabi trotzdem keine.

Jeder im Fahrerlager wünscht sich, dass Mark Webber vor Abschluss seiner Formel-1-Karriere noch einen Grand Prix gewinnt, der Grundstein dazu ist mit der Pole in Abu Dhabi gelegt (Fluch der Statistik hin oder her).

Weiss der Australier eigentlich, wieviel Sympathie ihm entgegen gebracht wird und wie kann er sich das erklären?

Mark lacht: «Ich höre es dieser Tage oft, dass die Leute mir sagen – es ist schade, dass du gehst, wir werden dich vermissen. Wie ich mir das erkläre? Schwer zu sagen. Generell sind wir Rennfahrer doch auch nur Menschen. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich Australier bin – mit uns ist es eigentlich immer recht leicht auszukommen. Des weiteren habe ich von meinen Eltern gesunde Werte mit auf den Weg bekommen, dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Klar steckt in der Formel 1 unser ganzes Herzblut, aber wir müssen uns schon klar darüber sein – dies ist Sport, mehr nicht. Man darf trotzdem normal bleiben.»

«Ich habe auch immer gerade heraus gesagt, was ich denke. Das hat zum Teil fabelhaftes Medien-Futter gegeben, das hat aber gewissen Leuten bestimmt nicht immer geschmeckt. Ich wollte einfach immer mir selber treu bleiben. Ich habe nie vergessen, woher ich gekommen bin. Klar kamen später das Geld und der Glamour, aber unterm Strich bin ich noch immer einfach Mark. Und das schätzen die Leute wohl.»

Webber und Vettel – wo ist die Freundschaft?

«Es könnte so einfach sein, ist es aber nicht», philosophieren die deutschen Rapper «Die Fantastischen Vier» in einem ihrer besten Songs, und das trifft auch auf Mark Webber und Sebastian Vettel zu. Beide sind gerade heraus, wieso ist bei diesen zwei Männern nie Freundschaft erwachsen?

Sebastian Vettel hat mal vom Altersunterschied gesprochen, Red-Bull-Chefberater Dr. Helmut Marko sprach vom Aufeinandertreffen von zwei Alpha-Tieren, das selten in Schulterklopfen endet, eher mit einem Schulterwurf, siehe Türkei vor ein paar Jahre, siehe Malaysia dieses Jahr. Oder geht die Rivalität gar auf jenen Japan-GP 2008 zurück, als Vettel – damals noch im Toro Rosso – während der Safety-Car-Phase den vor ihm fahrenden Webber torpedierte und damit Red Bull Racing (und Mark) den ersten Sieg verhagelte?

«Ach was!» winkt Webber ab und erklärt dann: «Das war ein normaler Rennzwischenfall, Vettel hat das damals ja nicht mit Absicht getan. Wieso sind wir nie Freunde geworden? Hm, ich glaube, wenn zwei Athleten in einem Team um Vormacht kämpfen, dann ist das einfach nicht möglich. Das sehen wir ja auch bei anderen Formel-1-Teams oder in der MotoGP, das war schon immer so, das wird immer so sein. Auf so hohem Niveau gegeneinander zu fahren, das erzeugt einen so grossen Druck, ich schätze, da ist für Freundschaft einfach kein Platz.»

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