Marc Surer: «Wer soll Vettel denn in Texas schlagen?»

Von Rob La Salle
Formel 1
Der Formel-1-Experte des Digitalsenders Sky über die Siegesserie von Sebastian Vettel, die Auszeit von Kimi Räikkönen und die Rückkehr des Grand-Prix-Zirkus nach Austin, Texas.

Vor einem Jahr wurde die Formel 1 in Texas im Allgemeinen und in Austin im Besonderen mit offenen Armen empfangen. Rennlegende Mario Andretti ist davon überzeugt: «Die Formel 1 hat in meinem Land endlich ein Zuhause gefunden.» Auch Marc Surer, TV-Experte unserer Kollegen von Sky, hat sich auf die Rückkehr ins quicklebendige Austin gefreut.

Marc, im letzten Jahr hat der Kurs in Austin seine Premiere gefeiert. Welche Eindrücke hast du damals aus Texas mitgenommen?

Austin ist eine Super-Anlage! Die Strecke passt sich wunderbar dem Gelände an, das macht einen Kurs grundsätzlich attraktiver als wenn man irgendwo auf platter Ebene einfach Kurven einbaut. Es geht bergauf, Berg runter – damit hat man der Strecke Charakter gegeben.

Besonders heikel ist die Linkskurve nach dem Start, die sich hinter einer Kuppe versteckt.

Richtig, da passieren viele Fehler, weil man den Eingang der Kurve gar nicht sieht. Aber es hat sich letztes Jahr gezeigt, dass die Fahrer damit gut zurechtkommen. Vor allem dann, wenn der Start geglückt ist und das Rennen läuft.

Die USA gelten eher als schwieriges Pflaster für die Formel 1. Im Vorjahr war der Grand Prix dennoch gut besucht.

Das war eine Überraschung! Ich war vorher auch skeptisch, aber dann kamen 120.000 Zuschauer zum Rennen. Es war – typisch amerikanisch – hervorragend organisiert. Obwohl die Zufahrtsstrassen noch gar nicht ganz fertig waren, lief alles reibungslos.

Wird die Begeisterung bei den Texanern anhalten?

Das ist die Frage! Vor 2012 hatte es längere Zeit keinen Grand Prix in den USA gegeben, Austin stiess quasi in ein Vakuum. In diesem Jahr wird sich zeigen, wie viel Potenzial wirklich in dem Standort steckt.

Sebastian Vettel hat zuletzt sieben Rennen in Folge gewonnen. Werden wir in dieser Saison noch einen Sieger sehen, der nicht Vettel heisst?

(Lacht) Die Hoffnung stirbt zuletzt, oder? Nachdem er jetzt Weltmeister ist, kann er eigentlich aufhören, zu gewinnen! Aber Spass beiseite: Sebastian Vettel ist in der Form seines Lebens. Sein Auto passt auf jede Strecke. Wer soll ihn da schlagen?

Kimi Räikkönen jedenfalls nicht. Der hat sich für die letzten beiden Rennen wegen einer Rücken-OP abgemeldet. Man munkelt, das hätte mit ausstehenden Gehaltszahlungen von Lotus zu tun.

Ich kann verstehen, dass er diese Operation jetzt macht. Kimi will für sein neues Team Ferrari fit sein. Ausserdem hat er nun einen echten Grund, warum er nicht mehr für Lotus antreten kann. Hätte er seine Drohung wahrgemacht, die letzten beiden Rennen zu boykottieren, wäre er vertragsbrüchig geworden.

Wie steht Lotus jetzt vor den letzten beiden Rennen da?

Kimi ist Gold wert. In der Konstrukteurswertung geht es für Lotus ja immer noch um Platz 2 – und ohne Räikkönen ist der weg.

Die andere Personalie dieser Woche: Felipe Massa heuert bei Williams an. Kann die ewige Nummer 2 bei den Briten die Führungsrolle übernehmen, oder ist das ein Abstieg in die Bedeutungslosigkeit?

Massa will beweisen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört, er will sich und der Welt beweisen: Ich kann auch mit einem Williams schnell sein. Und es ist ja auch toll, dass in dieser Welt, in der es immer nur um Bezahlfahrer geht, ein Mann wie Massa so eine Chance bekommt und man auf den millionenschweren Maldonado verzichtet.

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