Ferrari, Mercedes, Red Bull testen – Lotus nicht!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Das bekamen wir vor einem Jahr bei Ferrari zu sehen

Das bekamen wir vor einem Jahr bei Ferrari zu sehen

Die Zeiten von Teampräsentationen mit grossem Tamtam sind vorbei: Heute dominiert die neue Schlichtheit – nur Ferrari plant eine Fahrzeugvorstellung nach traditioneller Art.

Das waren noch Zeiten als Eddie Jordan in die «Royal Albert Hall» einlud, wo wir dann inmitten des atemraubenden Akrobatik-Gewusels namens «Cirque du Soleil» tatsächlich ein Formel-1-Auto ausmachen konnten. Wir erinnern uns auch an den Trubel im Alexandra Palace, als McLaren seinen Renner von den Spice Girls besingen liess, anschliessend rockte Jamiroquai die Bude. Alles passé. Wie eine kleine Umfrage von SPEEDWEEK.com zeigt, planen die meisten Formel-1-Rennställe überhaupt keine Präsentation mehr im klassischen Sinne.

Natürlich will sich Ferrari da abheben. Der 2014er Rennwagen von Fernando Alonso und Kimi Räikkönen soll, ganz traditionell, in Maranello präsentiert werden. Anvisiert wird der Zeitraum zwischen dem 23. und 25. Januar – dann muss der Wagen schleunigst nach Jerez gebracht werden, wo ab 28. Januar der erste Wintertest beginnt. Am Lenkrad wird Räikkönen sitzen.

Damit wird der Weltmeister von 2007 etwas geniessen, was seinem früheren Lotus-Stallgefährten Romain Grosjean verwehrt bleibt: Lotus nimmt am ersten Wintertest in Jerez nicht teil und zeigt sein neues Modell erst in Bahrain!

Schon vor Wochen hatte Lotus darum gebeten, man möge den Jerez-Test etwas verschieben. Die Gegner hatten nur müde gelächelt. Ein Teamchef eines gegnerischen Rennstalls sagte mir schon damals: «Lotus ist im Rückstand, das ist Pech. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Also wieso sollen wir Rücksicht nehmen?»

Nun bestätigt Lotus-Technikchef Nick Chester: «Wir sind mit unserem Programm ein wenig in Verzug. Also sehen wir es als vorteilhafter an, den neuen E22 gleich nach Bahrain zu bringen.»

Zurück zu Ferrari.

Die notwendigen Crashtests des neuen Ferrari-Chassis werden in dieser Woche in Bollate bei Mailand durchgeführt – dort befindet sich jenes Materialprüfungs-Institut, welches vom italienischen Automobilsportverband CSI beim Autoweltverband FIA als entsprechende Teststelle gemeldet wurde. Die Prüfer sind vielleicht Tifosi, aber sie sind unbestechlich: unter den Augen eines FIA-Vertreters rasselte Ferrari vor der Saison 2012 sang- und klanglos durch ...

Die Kollegen in Italien tippen auf eine Maranello-Show am 23. Januar (wenn alles optimal läuft) oder am 25. (sollte es Komplikationen mit dem Crashtest oder dem Aufbau des Fahrzeugs geben). Der 24. ist ein Nottermin: der grosse Enzo Ferrari war abergläubisch und stellte prinzipiell an einem Freitag keine Autos vor!

Während Ferrari nie bestätigt hat, dass die neue Formel-1-Antriebseinheit (V6-Turbo mit Mehrfach-Energierückgewinnung) in einem Sportwagen über die Fiorano-Testbahn getrieben wurde, so beteuern Ferrari-Insider: in einem Ferrari F150 º von 2011 wurden wochenlang Energierückgewinnungs-Elemente ausprobiert, in Hinblick auf Hitzebeständigkeit und Standfestigkeit im F1-Renner. Das ist aufwändig, aber nicht verboten.

Mercedes und Red Bull Racing: Testen statt präsentieren

Mercedes hat bereits bestätigt, dass es keine Teampräsentation im eigentlichen Sinne geben wird: der Silberpfeil wird wie vor einem Jahr höchstens kurz in die andalusische Sonne gestellt, dann geht es weiter mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Red Bull Racing mit dem neuen Wagen von Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo.

Lotus und Force India spielen noch mit dem Gedanken, ihre Renner in England kurz zu zeigen (je nach Wetter vor oder nach einem Roll-out in Silverstone), bevor es nach Jerez bzw. nach Bahrain geht. Lotus macht da auch gerne mal was ganz Eigenes, wie etwa eine Präsentation im Internet. Caterham kommt direkt nach Jerez. Ebenfalls Toro Rosso, die den neuen Renner am Montag, dem 27. Januar herzeigen wollen.

Der neue Sauber-Renner wird im gleichen Zeitraum wie der neue Ferrari fertig. Gemäss Tradition der Schweizer würde es uns wenig wundern, den C33 wie bei Ferrari im eigenen Werk gezeigt zu erhalten.

McLaren zeigt den neuen Renner, den MP4-29, am Freitag, den 24. Januar im Rahmen einer Online-Präsentation.

Die restlichen zwei Rennställe (Williams und Marussia) schweigen sich über ihre Pläne aus.

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Ivo Schützbach
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