Ferrari, Red Bull, Mercedes, McLaren: Ingenieur-Jagd

Von Joe Saward
Formel 1
Bei Williams sitzen bald noch mehr helle Köpfe

Bei Williams sitzen bald noch mehr helle Köpfe

Viel war davon die Rede, dass Peter Prodromou (Aerodynamikchef von Red Bull Racing) zu McLaren zieht. Aber wer ist derzeit Gewinner bei der Jagd nach Ingenieuren, wer ist Verlierer?

Die Formel 1 ist in den vergangenen zwanzig Jahren so gewachsen, dass es unmöglich geworden ist, den Überblick über alle im GP-Sport tätigen Ingenieure zu behalten. Wenn wir also davon hören, wie ein Topteam dem anderen einen Techniker abspenstig macht, dann ist das höchstens die Spitze des Eisbergs, die wir erkennen. In den letzten Wochen war viel die Rede davon, dass zahlreiche helle Köpfe Lotus verlassen haben (mit dem besten Beispiel James Allison, der zu Ferrari zurückging) oder von Red Bull Racing weggelockt werden (siehe Prodromou), während Teams wie Mercedes, McLaren oder Williams als Gewinner auf dem Techniker-Transfermarkt gelten. Aber ist das wirklich so? Ich habe mich mal etwas umgehört und die wichtigsten Wechsel zusammengetragen. Und der wahre Gewinner ist ein Team, von dem Sie bislang in diesem Artikel noch nichts gelesen haben!

Also, Aero-Chef Peter Prodromou zieht von Red Bull Racing zu McLaren (ebenso holt McLaren den Ferrari-Aerodynamiker Matteo Sansavini). Auch Shaun Whitehead verlässt Red Bull: der Windkanal-Spezialist wird zu Williams gehen. Zwei weitere RBR-Fachkräfte (Mark Ellis, Chef Fahrzeugdynamik, sowie Giles Wood, Spezialist für Simulation) rücken zu Mercedes.

Der stellvertretende Aero-Chef von Lotus, David Wheater, hat ein Angebot von Williams angenommen. Auch Graeme Hackland (langjähriger Leiter der Informationstechnik in Enstone) geht von Lotus zu Williams. Noch hat es Williams nicht bestätigt, aber es gilt als eher schlecht gehütetes Geheimnis, dass der langjährige Massa-Renningenieur Rob Smedley ebenfalls bei Williams landen wird. Ebenfalls von Williams unbestätigt: die Rückkehr von Tom McCullough (2013 leitender Sauber-Ingenieur an der Rennstrecke).
Lotus muss weiter bluten: Es ist bekannt, dass Aero-Chef Dirk de Beer zu Ferrari gegangen ist. Weniger bekannt – dass Lotus auch Dr. Gary Hall verloren hat, den Material-Chef (er geht zu Mercedes).

Ebenfalls zu Mercedes (von Williams) ziehen die beiden Aerodynamiker Craig Dear und Enrico Balbo. Lotus musste ferner José Gallego Segura gehen lassen, der Design-Ingenieur wechselt zu Porsche Motorsport (als Leiter der Aerodesign-Abteilung). Dafür hat sich Lotus von Caterham Gerson Brand und Tristan Favre geangelt. Umgekehrt (also von Lotus zu Caterham) ziehen die Flussdynamikspezialisten Paul Cusdin und James Crook. Jarrod Murphy (Leiter der Flussdynamikabteilung bei Lotus) ist zu Mercedes gegangen.

Fast nichts gehört hatten wir von Toro Rosso, sehr zu Unrecht: denn nicht nur für den Toro-Windkanal in Bicester (England) ist tüchtig Verstärkung gekommen. Technikchef James Key hat dafür gesorgt, dass ex-Mercedes-Ingenieur Brendan Gilhome als Operationsleiter kommt, dazu holte er von McLaren Matthew Schofield weg. Davide Felappi (von Force India) und Frederic Launoy (von Lotus) sind ebenfalls neu bei Toro Rosso. Dazu kommen Paul Smart (langjähriger Aerodynamiker bei Ferrari in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung) sowie Raffaele Boschetti von Ferrari (ein Fachmann für Supercomputer). Renningenieur Xevi Pujolar kümmert sich künftig um den Wagen von Jean-Eric Vergne (er war zuvor bei Williams leitender Ingenieur), ein toller Fang.

Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, aber sie soll zeigen, wie stark der Technikermarkt der Formel 1 in Bewegung ist.

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