Fehler der F1-Macher, Panikreaktion von Ecclestone?

Von Mathias Brunner
Formel 1

Jetzt wissen wir, wieso Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone nicht nur beim WM-Finale, sondern auch in Austin und São Paulo doppelte Punkte will: ihm laufen die Zuschauer davon.

Gemäss des jährlichen globalen Medienreports guckten 2013 450 Millionen Menschen Formel-1-Rennen. Das meldet das «Wall Street Journal». Was Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone zu denken gibt: Das sind 50 Millionen weniger als 2012. Vor diesem Hintergrund macht sein Plan durchaus Sinn, nicht nur beim WM-Finale 2014 von Abu Dhabi, sondern auch bei den WM-Läufen davor in Texas und Interlagos doppelte Punkte zu vergeben. Der Brite versucht verzweifelt, die Spannung in der WM zu erhalten.

Die Gründe für das nachlassende Interesse sind vielfaltig. Generell im Sport sind Seriensieger auf die Länge unattraktiv (das galt auch zu Zeiten der Schumacher-Dominanz mit Ferrari). Das trifft offenbar ebenfalls in der Heimat von Formel-1-Champion Sebastian Vettel zu, in Deutschland setzten sich rund 9 Prozent weniger Fans vor die Flimmerkiste. Der Rückgang erklärt sich hier jedoch nur zum Teil mit den Erfolgsserie des Heppenheimers. Viele Fans hatten mit der Rückkehr von Michael Schumacher vermehrt eingeschaltet. Doch Schmui trat Ende 2012 zurück. Es half auch nicht, dass die Silberpfeilfahrer gegen Ende der Saison nicht so so konkurrenzfähig waren.

Die Umstellung in Sachen Übertragung kosteten ebenfalls Fans: Seit in Frankreich die Rennen nicht mehr im freien Fernsehen bei TF1 zu sehen sind, sondern über den Bezahlsender Canal+, ist die Anzahl Zuschauer von rund 16 Millionen auf 10 Mio eingebrochen.

In Grossbritannien und Italien haben wir eine Mischung aus Rennen im freien Fernsehen und auf Bezahl-Sendern. Auf der Insel stieg die Anzahl Zuschauer von 2012 auf 2013, ohne allerdings genauer anzugeben, wie stark sie von 2011 auf 2012 gesunken war. Auch in Italien stieg die Anzahl Zuschauer leicht, um knapp drei Prozent. Dort sind die Programme der RAI durch die Herausforderer von Sky Italien attraktiver geworden.

In China wiederum wurde vom staatlichen Fernsehen CCTV umgestellt auf 13 regionale Partner. Das kostete fast 30 Mio Zuschauer.

In den USA bedeutete der Wechsel vom Speed Channel zu NBC Sports einen Anstieg von 1,7 Mio Zuschauer auf insgesamt 11,4 Millionen.

Doch das globale Zuschauerproblem der Formel 1 hat viele Gründe: der Sport hat es verpasst, durch klugen Einsatz sozialer Netzwerke jüngere Menschen anzusprechen. Die geniessen ein weitaus vielfältigeres Freizeitangebot als die F1-Zuschauer in den 90er Jahren. Die Formel 1 hat das Internet verschlafen, Twitter und Facebook. Technische Reize wie HD oder 3D sind ebenfalls zu wenig genutzt worden.

Viele der älteren Zuschauer zappen weg, weil sie als Traditionalisten künstliche Eingriffe (Verändern der Punktewertung, Doppelte Punkte und so fort) verabscheuen.

Um den Trend zu wenden, muss Formel-1-Promoter Ecclestone sein Produkt für klassische Fans attraktiv behalten und jüngere nachziehen. Das ist kein einfacher Spagat.

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