Sebastian Vettel: «Der Motor-Sound ist eine Schande»

Von Mathias Brunner
Formel 1

Endlich kommt der Weltmeister zum Fahren: Sein Red Bull Racing RB10-Renault hat am zweiten Bahrain-Testtag mehr Runden gedreht als je zuvor. Zufrieden ist der Champion aber nicht.

Für Rang 6 an einem Wintertesttag kann man sich nichts kaufen. Für eine Rundenzeit über 1:40 min auch nicht. Und die Ausbeute von 50 Runden ist relativ, wenn wir wissen, dass Valtteri Bottas im Williams 108 Runden gefahren ist. Aber bevor man rennt, muss man zuerst laufen lernen, und genau in dieser Phase sind Sebastian Vettel und sein neues Auto.

Vettel ist da ganz pragmatisch: «Du lernst in der Formel 1 nur etwas, wenn du fährst, und heute sich wir mehr gefahren denn je. Trotzdem haben wir noch viele grössere und kleinere Baustellen. Wir wissen aber auch, dass man an einem einzelnen Tag keine Berge versetzen kann. Jedem hier ist klar, wie schwierig das ganze Thema ist. Das wird noch dauern, aber es geht mit jeder Runde besser.»

«Klar ist es gut, dass wir endlich mal zum Fahren kommen, und der Wagen fühlt sich auch ganz ordentlich an. Aber wir liegen zurück. Um wieviel, das wissen wir nicht, weil wir die Programme der anderen nicht kennen.»

«Es ist offensichtlich, dass wir mehr Probleme haben als die anderen. Aber wir arbeiten unablässig, das wird schon. Es ist eine Riesenaufgabe, dass alle Systeme richtig miteinander kommunizieren, so wie wir das von jedem Computer zuhause her kennen. Wenn es viele Kabel gibt, dann gibt es auch viele Probleme. Wir tragen derzeit den Wagen um die Strecke, um möglichst viel zu lernen. Wir verstehen im Detail ja selber alles nicht, daher sind die Zusammenhänge auch für mich so schwer zu erklären. Generell gilt – wenn bei der Mehrfach-Energierückgewinnung der Wurm drin ist, dann läuft eben auch der Motor nicht rund. Da tun wir uns noch schwer. Wir sind von maximaler Leistung noch weit entfernt. Der Wagen fühlt sich manierlich an, aber die Power ist einfach nicht da.»

Sebastians stärkste Eindrücke haben nichts mit den Problemen zu tun: «Es ist verhältnismässig leise im Auto, du hörst den Sprechfunk dadurch viel besser. In unserer Situation ist das hervorragend, weil ich mit den Technikern ziemlich viel zu besprechen habe. Der Bumms vom Motor ist etwas weg, das ist schade, aber es ist nun mal so. Der fehlende Lärm ist meiner Meinung nach eine Schande, aber ich kann es auch nicht ändern.»

Und wo wird das alles hinführen, wenn es schon bald nach Australien gehen sollte?

Vettel: «Das ist unmöglich zu sagen, wir müssen einen Schritt um den anderen machen und sehen, wo uns das hinführt.»

Bahrain-Test, Tag 2

1. Kevin Magnussen (DK), McLaren MP4/29-Mercedes, 1:34,910 (34)
2. Nico Hülkenberg (D), Force India VJM07-Mercedes, 1:36,445 (59)
3. Fernando Alonso (E), Ferrari F14 T, 1:36,932 (91)
4. Nico Rosberg (D), Mercedes F1 W05, 1:36,965 (75)
5. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW36-Mercedes, 1:37,635 (108)
6. Sebastian Vettel (D), Red Bull Racing RB10-Renault, 1:40,340 (50)
7. Jean-Eric Vergne (F), Toro Rosso STR9-Renault, 1:40,609 (57)
8. Esteban Gutiérrez (MEX), Sauber C33-Ferrari, 1:40,717 (55)

9. Romain Grosjean (F), Lotus E22-Renault, 1:41,670 (18)
10. Kamui Kobayashi (J), Caterham CT05-Renault, 1:42,070 (59)
11. Max Chilton (GB), Marussia MR03-Ferrari, 1:42,511 (59)

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