Marussia: Vom Monaco-Held zum Montreal-Depp

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kurz nach dem Start: Da sind bei beiden Marussia-Autos noch heil

Kurz nach dem Start: Da sind bei beiden Marussia-Autos noch heil

So schnell geht das in der Formel 1: Vor zwei Wochen in Monte Carlo hatte sich Marussia über die ersten zwei WM-Punkte gefreut, nun gibt es in Montreal zwei kaputte Rennwagen.

Viele sprachen vor dem Kanada-GP vom Benzinverbrauchsproblem, aber das wurde von Herrn Max Chilton geregelt: In der ersten entglitt dem Engländer in die dritte Kurve hinein der Wagen aus der Kontrolle, und ausgerechnet sein Stallgefährte Jules Bianchi stolperte dann über den trudelnden Rennwagen – beide Autos zerdeppert.

Die anschliessende Safety-Car-Phase beendete das Reizthema Spritverbrauch für die meisten Konkurrenten.

Für Max Chilton ging eine grosse Serie zu Ende: Seit März 2013, als er seine Formel-1-Karriere begann, hatte er sämtliche seiner Grands Prix zu Ende gefahren, das hatte es im GP-Sport so noch nie gegeben.

Sky-TV-Kommentator Martin Brundle: «Bei aller Sympathie für Max muss ich leider sagen – das geht auf seine Kappe. Der Unfall führte auch dazu, dass an der Unfallstelle ziemlich viel Zementstaub gestreut werden musste, und das ist ungefähr das Letzte, was du als Rennfahrer brauchst, das Zeug verklebt dir die Augen.»

Max Chilton wurde im Anschluss an den Kanada-GP von den Rennkommissaren Lars Österlind (Schweden), Ravodan Novak (Tschechien), Derek Daly (Grossbritannien) und Mike Kaerne (Kanada) bestraft: Wegen Auslösens einer Kollision muss er in der Startaufstellung des kommenden Österreich-GP um drei Ränge zurück.

Max kleinlaut: «Es tut mir leid, dass unser Wochenende so zu Ende gegangen ist. Am besten wir vergessen die ganze Angelegenheit so schnell als möglich.»

Jules Bianchi: «Ich weiss nur, dass ich einlenkt, dann tat es einen Schlag und schon lag ich in der Mauer. Schade, heute hätten wir profitieren können.»

Martin Brundle wunderte sich: «Ich traute meinen Augen nicht, wie der Wagen von Jules an der Mauer förmlich zerbröselte. Das war sehr viel Schaden bei einem Tempo, das mir gar nicht so hoch zu sein schien.»

Teamchef John Booth ironisch: «Kanada ist oft das Rennen der Chancen, aber dazu muss man Piloten haben, die einen Grand Prix zu Ende fahren. Wir können von Glück reden, dass unsere direkten Gegner in der WM nicht profitiert haben.»

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