Entführung: War Lotus-Chef Gérard Lopez das Ziel?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lotus-Chef Lopez mit Romain Grosjean

Lotus-Chef Lopez mit Romain Grosjean

Maskierte und bewaffnete Männer haben in Mexy (Frankreich) eine Frau entführt. Anfangs hiess es, es handle sich um die Lebensgefährtin von Lotus-Chef Gérard Lopez!

Die Entführung ist durch die französischsprachige Zeitung «Le Quotidien» in die Öffentlichkeit geraten. Beim Opfer handelt es sich um die 38jährige Stéphanie Turci. Zu Beginn machte das Gerücht die Runde, die Geisel sei die Lebensgefährtin des luxemburgischen Geschäftsmanns Gérard Lopez, mit der Firma «Genii Capital» Mehrheitsbesitzer des Lotus-Formel-1-Rennstalls. Diese Information vom Quotidien wurde später dementiert. Gérard Lopez stellte RTL gegenüber aber klar, er sei nicht der Partner der Entführten. Lopez räumte freilich ein, dass er die Frau kenne.

Die Behauptung, Turci sei die Freundin von Lopez, nährte zum Verdacht, dass der Geschäftsmann das eigentliche Ziel der Entführung gewesen sei. Dem Quotidien zufolge war Lopez Zeuge des Dramas. Eine offizielle Bestätigung, dass Lopez an jenem Sonntagabend am Tatort war, gibt es nicht. Er sei nur Stunden zuvor mit einem Privatjet aus dem Venezuela nach Europa heimgekehrt. Nicolas Huc-Morel, der Anwalt von Gérard Lopez, hat festgehalten, dass es keinen Anhaltspunkt gebe, wonach diese Entführung einen Bezug zu seinem Mandanten habe.

Gerichtssprecher Henri Eippers betätigte dem «Luxemburger Wort», dass die französische Justiz ein Rechtshilfegesuch an Luxemburg eingereicht hat. Welcher Bezug in diesem Fall zu Luxemburg besteht, konnte der Gerichtssprecher nicht sagen. Die Suchaktion beschränkt sich aber nicht nur auf Frankreich. Auch in Luxemburg und in Belgien wird nach einem Fahrzeug des Typs Renault Espace mit älteren Kennzeichen gefahndet, den die Täter als Fluchtwagen benutzt haben sollen. Sämtliche Ermittlungen blieben bislang ergebnislos.

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