Fernando Alonso: Ist Ferrari nur noch eine Notlösung?

Von Mathias Brunner
Fernando Alonso

Fernando Alonso

Der Formel-1-Champion von 2005 und 2006 verschwendet die besten Jahre seiner Karriere mit mittelmässigem Material. Aber dem Spanier sind fast alle Wege in gute Fahrzeuge verbaut.

Ein ums andere Mal verpasst Alonso mit Ferrari das, was der bekannteste Rennstall und der vielleicht kompletteste aller Formel-1-Piloten gemeinsam anstreben: den WM-Titel.

2010 kostete Alonso eine strategische Fehlentscheidung am Kommandostand beim dramatischen Finale von Abu Dhabi den Titel: Ferrari richtete Fernandos Rennen auf Mark Webber aus statt auf Sebastian Vettel. Der Deutsche wurde Weltmeister, Alonso musste sich um nur vier Punkte geschlagen geben.

2011 wurde Alonso WM-Vierter.

2012 reichte Alonsos zweiter Rang beim Finale in Brasilien wieder nicht: dieses Mal wurde Vettel mit sogar nur drei Zählern Vorsprung Weltmeister.

Den dritten Gesamtrang 2 hinter dem Red Bull Racing-Star Vettel gab es für Alonso im vergangenen Jahr, dieses Mal jedoch klar distanziert (155 Punkte Rückstand).

Gegenwärtig liegt Alonso auf dem vierten WM-Rang, der Titel gegen die übermächtigen Silberpfeile ist ausser Reichweite. Die Tifosi sind traurig: Durchaus denkbar, dass Ferrari erstmals seit 1993 ohne Saisonsieg bleibt.

Mit etwas Glück hätten Alonso und Ferrari also zwei WM-Titel holen können, doch unterm Strich hat der Asturier nichts in der Hand.

Natürlich liegt es ganz im Interesse von Ferrari, seinen Star zu behalten: Wer anders als Fernando Alonso hätte mit dem Ferrari F14 T in Ungarn Rang 2 erobert? Aber wie lange noch ist es auch im Interesse von Alonso, Ferrari zu fahren?

Der Spanier antwortet auf Gerüchte um einen möglichen Wechsel inzwischen im Stehsatz: «Solche Geschichten gibt es, seit ich Ferrari fahre. Ich bleibe dabei: Ferrari wird mein letztes Team sein.» Der gegenwärtige Vertrag läuft bis 2016, Ferrari will eine vorzeitige Verlängerung.

Die Realität sieht so aus: Für Alonso ist der Weg in die derzeit besten Autos auf Jahre hinaus verbaut, Ferrari ist eine Notlösung.

Einem Wechsel zu Mercedes steht das Abkommen mit Nico Rosberg im Weg, Lewis Hamilton ist ebenfalls bis Ende 2015 unter Vertrag, Verhandlungen für eine Verlängerung mit dem Engländer laufen. Mercedes-Vorstand Dieter Zetsche, Rennlegende Niki Lauda (Aufsichtsratschef des Rennstalls) und Teamchef Toto Wolff wollen alle mit Hamilton weitermachen.

Einem Wechsel Alonsos zu Red Bull Racing steht im Weg, dass dort konsequent auf eigene Talente gesetzt werden soll: Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo, Daniil Kvyat, Carlos Sainz junior – es mangelt nicht an jungen Fahrern mit vielversprechender Zukunft, Alonso ist schon 33 Jahre alt.

Honda drängt McLaren zwar zum Verpflichten eines Starpiloten neben Jenson Button, doch der Rennstall ist in einem ähnliche Tief wie Ferrari. Alle weiteren Teams sind für Alonso kein Thema.

Marc Surer, der Formel-1-Experte der TV-Kollegen von Sky, ist davon überzeugt: «Im Transfermarkt für die Saison 2015 ist Fernando Alonso für mich der einzige Wackelkandidat, denn er hat das Vertrauen in Ferrari verloren. Nur: Wenn er zu McLaren-Honda zieht, wer garantiert ihm, dass die 2015 ein Siegerauto bauen? Ich schätze, es wird in Sachen Transfers viel weniger passieren als wir glauben.»

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