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Luca Marmorini nach Ferrari-Aus: Schwere Vorwürfe

Erstmals seit der Trennung zwischen dem berühmten Rennstall und dem Motorentechniker spricht Luca Marmorini über die Gründe, warum die Antriebseinheit von Ferrari zu wenig gut ist.

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Es ist kein Zufall, dass sich Luca Marmorini dem italienischen Fachjournalisten Leo Turrini anvertraut. Turrini hört in Maranello gewissermassen das Gras wachsen. Ausserdem, wie Leo gerne zugibt, hat er sich im Laufe der Jahre mit Marmorini angefreundet und hält grosse Stücke auf den stillen Toskaner.

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Ende Juli hat Luca Marmorini Ferrari verlassen – dem 52-Jährigen aus Arezzo wird zur Last gelegt, dass die Antriebseinheit aus Maranello kein Rennpferd geworden ist, sondern eher ein lahmer Ackergaul. Die Antriebseinheit ist zu schwer, hat zu wenig Leistung, gilt vom Aufbauprinzip der Zusatzaggregate (Ladergrösse, Verdichter-Anordnung etc.) als misslungen.

Und das hat Luca Marmorini zu sagen ...

"Mit Ferrari habe ich abgeschlossen, du weisst, wie das gelaufen ist. Ich hege keine Liebe für Polemik. Ich mache meinen Mund nur deshalb auf, um auf eine Serie von Provokationen zu reagieren."

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"Kurzum – es kursiert die falsche Vorstellung, dass die mangelnde Konkurrenzfähigkeit des F14T nur der Antriebseinheit anzulasten sei. Als hätten wir ausgerechnet in einer Firma wie Ferrari vergessen, wie man Motoren baut! Eine gewisse Teilschuld lasse ich mir aufbürden, aber ich lasse mir nicht einreden, dass die Fachkräfte in Maranello ihr Handwerk verlernt hätten, wie man mit Turbos umgeht, mit Hybridtechnik und so weiter."

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"Die Wahrheit ist: Zusammen mit meinen Mitarbeitern habe ich eine Antriebseinheit gebaut nach gewissen Dimensionen, um genau zu sein – einen kleineren Motor als Mercedes und Renault, und dies auf Wunsch des Fahrzeugdesigners, Herrn Tombazis."

"Mir wurde gesagt: Wir wollen eine sehr kompakte Antriebseinheit, mit möglichst kleinen Kühlern. Wir werden das abzusehende Power-Manko mit aerodynamischen Lösungen mehr als wettmachen. Und fast genau so kam es: wir hatten weniger Leistung, aber leider gab es das Plus an Aerodynamik nicht."

"Das hätte ich gerne Marco Mattiacci erklärt, als er auf den Posten von Rennchef Stefano Domenicali berufen wurde. Aber mit Mattiacci habe ich in drei Monaten vier Worte gewechselt, wir haben uns zwei Mal gesehen – einmal, als er mich begrüsst hat, und einmal, als er mir das Kündigungsschreiben überreichte."

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"Ich will niemanden beschuldigen. Ich will nur signalisieren, dass Ferrari einen Weg eingeschlagen hat, auf dem die Rennabteilung unerfahrenen Leuten anvertraut wird, Leute, die sich auf Berater verlassen, die bislang nichts gezeigt haben, denen man aber unbeschränkt vertraut. Diese Berater heissen Pat Fry und James Allison."

"Ich bin aus dem Spiel, aber mir tut es leid um die Menschen, die noch dort sind, wunderbare Experten, die immer mehr demoralisiert werden."

"Meine Zukunft? Es stimmt nicht, dass ich bei Renault unterzeichnet habe. Für mich als Motorentechniker ist eine Formel 1 wenig reizvoll, in welcher ich vom Reglement so eingeschränkt bin. Aber ich muss zugeben: Grand-Prix-Rennen üben eine starke Faszination aus, vielleicht ändere ich ja in einem Monat meine Meinung und kehre zurück."

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