Leon Kramer: Rasanter Aufstieg des Schweden-Holländers
Nur drei Jahre nach seinem ersten Eisspeedway-Rennen in seiner Heimat Schweden kam der Niederländer Leon Kramer am vergangenen Wochenende in Inzell zu seinem WM-Debüt. Ein rasanter Aufstieg.
Leon Kramer ist 23 Jahre alt und in Sachen Eisspeedway ein relativer Frischling. 2023, also mit 20, bestritt der Niederländer in seiner Heimat Schweden sein erstes Rennen. Das war aber im Prinzip nur ein Schnupperkurs. Richtig los ging es bei ihm dann 2024 mit dem Rennen um den Roelof-Thijs-Bokaal in Heerenveen in seiner Ex-Heimat.
Leon Kramer wurde nämlich am 24. Februar 2003 in Noordwolde unweit von Heerenveen geboren und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit dort, sowie im noch näher an Heerenveen liegenden Oldeholtpade. Dennoch hatte er damals nicht allzu viel mit Eisspeedway zu tun. «Ich war zwei Mal zum Eisspeedway in Heerenveen, aber so richtig geflasht hat mich das damals noch nicht. Ich bin seit ich fünf bin Motocross gefahren», erzählte er im Rahmen der Eisspeedway-WM-Finale 1 und 2 2026 in Inzell beim Treffen mit SPEEDWEEK.com.
Und wie ist er nach Schweden sowie zum Eisspeedway gekommen? 2018, als er 15 war, zog seine Familie (seine Eltern und seine knapp zwei Jahre jüngere Schwester) nach Schweden. Nachdem er mit null Schwedisch-Kenntnissen zunächst seine Probleme in der Schule hatte, ist er nun mit Leib und Seele Neu-Schwede. «Es ist ein wunderschönes Land.» Seine Brötchen verdient er dort als Straßenbauer.
Der Nachbar ist schuld
Eisspeedway zu fahren, hatte er da aber immer noch nicht im Sinn. Dies nahm erst Gestalt an als «… als mein alter Nachbar in Schweden, der ein Eisspeedway-Motorrad hatte, irgendwann zu mir sagte, dass ich das mal probieren sollte. Als ich das erste Mal mit dem Eis-Motorrad fuhr, war das sehr lustig.»
Bei der WM-Qualifikation in Örnsköldsvik wurde er als besserer der beiden Niederländer (Jasper Iwema hatte sich mit WM-Rang 4 2025 sein Ticket für 2026 gesichert) hinter Franky Zorn, Aki Ala-Riihimäki, Johann Weber und Filip Jäger erstaunlicher Fünfter. Die des Weiteren Qualifizierten Lukas Hutla, Max Niedermaier und Luca Bauer sowie seinen Landsmann Sebastian Reitsma hatte er hingegen hinter sich gelassen.
Sein 5. Platz 2025 sowie sein 4. Platz in diesem Jahr in der Schwedischen Meisterschaft waren ebenfalls Achtungserfolge. Trainingsbedingungen hat er in Schweden natürlich ohnehin ausgezeichnete, zumal er in Vikarbyn nur einen Kilometer von einem See entfernt wohnt. Sein Club ist der Bollnäs MK und sein bester Unterstützer und Freund seitens der Fahrer der Finne Max Koivula.
Vor seinem ersten WM-Rennen in Inzell gab er als Marschrichtung aus: «Das Ziel für dieses Jahr ist, besser zu werden und viel fürs nächste Jahr zu lernen. Im Moment probieren wir noch viel mit dem Bike. Manchmal geht es ein bisschen langsamer und manchmal ein bisschen schneller. Aber das ist, denke ich, ein normaler Prozess.»
Erstes WM-Wochenende als 14. beendet
Am ersten Tag stürzte er in zwei seiner Heats, schrieb nur einen Punkt und landete auf Rang 15. Tags darauf fuhr er zwei Mal einen Punkt ein und beendete damit sein erstes WM-Wochenende auf Platz 14 sowie als WM-15.
Dazu sagte er anschließend: «Ich hatte ein wirklich gutes Wochenende in Inzell und die Strecke hat mir sehr gut gefallen. Es war auch toll, mit all den Menschen im Stadion und mit den Jungs auf der Strecke. Für mich war es ein gutes Rennen. Ich habe eine Menge gelernt, das war das Wichtigste.»
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