Formel 1: Die Klagen der kleinen Teams

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn und Force India-Oberhaupt Dr. Vijay Mallya sind sich einig: Die kleineren Rennställe müssen einen grösseren Teil der Einnahmen bekommen

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn und Force India-Oberhaupt Dr. Vijay Mallya sind sich einig: Die kleineren Rennställe müssen einen grösseren Teil der Einnahmen bekommen

Zwei Formel-1-Rennställe fehlen aus finanziellen Gründen in der Startaufstellung von Austin. Nun diskutieren die Formel-1-Verantwortlichen, wie man weitere Verluste verhindern kann.

Die Formel-1-Welt ist sich uneinig: Während die kleinen Teams über zu hohe Kosten klagen, wehren sich die grossen Rennställe gegen jede Art von Budgetbeschränkung, mit verweis auf deren schwere Durchsetz- und Überprüfbarkeit. Während die Formel-1-Verantwortlichen schon seit Jahren über Sparmassnahmen und Einnahmequellen diskutieren, kämpfen die neuen, kleineren Teams ums finanzielle Überleben. In diesem Monat mussten mit Marussia und Caterham gleich zwei Rennställe Insolvenz anmelden. In Austin werden nur 18 Autos in der Startaufstellung stehen – so wenige wie zuletzt beim Monaco-GP 2005.

Eine Lösung, die den Teamverantwortlichen der kleineren Formel-1-Equipen gegen das Team-Sterben vorschwebt, ist simpel: Die Einnahmen aus dem Rechte-Geldtopf sollen künftig fairer verteilt werden. Derzeit wird ein Grossteil der Formel-1-Einnahmen nach einem komplizierten Schlüssel, der die früheren Erfolge wie auch die Saison-Form belohnt, an die Rennställe ausgeschüttet. Dieses System bevorzugt die grossen Equipen massiv, während neue, kleine Teams das Nachsehen haben.

«Das kann nicht sein, die Formel 1 funktioniert nicht, wenn sie nur aus Herstellerteams besteht», betonte Force India-Oberhaupt Dr. Vijay Mallya in Austin. «Man braucht die kleineren Teams, sie sind seit Jahrzehnten Teil der Formel-1-DNA und die FIA muss eng mit den Rechteinhabern zusammenarbeiten, um ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Modell zu schaffen.»

Auch Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn ist überzeugt: «Wenn wir uns jetzt nicht zusammensetzen und eine gemeinsame Vorgehensweise definieren, dann muss man sich selbst fragen, was noch geschehen muss, bis endlich etwas passiert. Die Faktenlage ist einfach: Unser Sport bietet meiner Ansicht nach eine der besten globalen Sportplattformen der Welt, wir generieren Einnahmen in Milliardenhöhe und trotzdem ist der Sport zusammen mit den Rechteinhabern nicht in der Lage, ein Startfeld von elf Rennställen zu garantieren.»

Die 43-Jährige Österreicherin mit indischen Wurzeln betont auch: «Wir müssen nun reagieren und die Einnahmenverteilung unter die Lupe nehmen, sodass wir mehr als nur die grossen Teams in der Königsklasse halten können. Wir müssen auch sicherstellen, dass auf der technischen Seite eine gewisse Stabilität gewährleistet ist. Von den grossen Teams wird uns oft vorgeworfen, dass wir alle Änderungen, welche die Kosten in die Höhe getrieben haben, abgenickt hätten. Doch wenn man sich genau anschaut, wer diese Entscheidungen fällt, dann sind das die Spitzenreiter.»

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