Kimi Räikkönen, Ferrari: «Ich fahre nicht um Zukunft»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen hat genügend Fingerspitzengefühl, um eine Zweistoppstrategie erfolgreich zu fahren, aber erneut kam ein Defekt an einem Wagenheber bei Ferrari dazwischen.

Es kam genau so, wie es viele erwartet hatten: wer mit seinen Reifen auf der heissen Interlagos-Strecke nicht umgehen konnte, der steckte bis zum HANS in Schwierigkeiten. Die Pistentemperatur erreichte nicht mehr jene knapp 60 Grad, die den Rennställen am Samstag Kopfzerbrechen bereitet hatten, aber 56 Grad waren genug, um auf die Reifen Blasen zu zaubern. Mit der Zeit wurde die Tendenz der Pirelli zum Körnen und zu Blasen kleiner. Das lag einerseits daran, dass mit zunehmender Renndauer die Temperatur fiel, zudem wurde die Belastung der Reifen durch fallende Spritmange im Tank kleiner, und überdies half den Reifen, dass immer mehr Gummi auf die Bahn kam.

Schliesslich war es nur ein Fahrer, der sich für eine Zweistoppstrategie entschloss, das war Kimi Räikkönen im Ferrari. Er wechselte in der achten Runde die weichen Reifen gegen die haltbareren mittelharten Reifen ein, dann legte er noch einen Stopp in Runde 35 ein, bevor er damit 36 Runden fuhr.

In diesen 36 Runden verkaufte der Formel-1-Champion von 2007 seine Haut sehr teuer – vor allem gegen den aufkommenden Fernando Alonso im anderen Ferrari, der dank einer Dreistoppstrategie schneller unterwegs war, aber eine ganze Weile am Wagen von Kimi nicht vorbeikam.

Typisch Räikkönen als er nach dem Rennen sagte: «Nein, es gab keine Stallorder. Das war mir angesichts unserer Positionen auch herzlich schnuppe. Der Kampf gegen Alonso? Den gegen Button fand ich spektakulärer.»

«Der Zweistopper hätte besser aufgeben können, aber leider gab es beim zweiten Stopp ein Problem mit dem Wagenheber.»

Um genau zu sein, hätte der Finnen nuscheln sollen: wieder ein Problem mit den Wagenheber. Denn es ist nicht das erste Mal vorgekommen, dass der aufgebockte Wagen ohne Vorwarnung herunterplumpste. Das eben angesetzte rechte Vorderrad guckte deswegen ein wenig schräg in die Gegner, schnell waren helfende Hände zur Stelle, welche etwas zuverlässiger waren als die Technik.

Kimi: «Zudem steckte der Wagen auf einmal in einem niedrigen Gang fest. Das kostete ebenfalls Zeit. Ich schätze, das hat uns mindestens eine Position gekostet.»

Pikant: das wäre dann jene von Fernando Alonso ...

Räikkönen weiter: «Was gut ist – ich erhielt ein besseres Echo vom Wagen als an anderen Rennwochenenden.»

Noch immer gibt es ganz besonders Schlaue, die bezweifeln, dass Kimi Räikkönen auch 2015 in einem Ferrari sitzt. Kimi sagt dazu nur: «Ich habe um Ränge auf der Piste gekämpft, nicht um meine Zukunft.»

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