Formel-1-Zukunft von Renault: Bob Bell als Spion?

Von Petra Wiesmayer
Der frühere Mercedes-Technikdirektor Bob Bell

Der frühere Mercedes-Technikdirektor Bob Bell

Dass ein Technik-Schwergewicht wie Bob Bell ausgerechnet vom kleinsten Team der Formel 1 angestellt wird, verblüfft. Dass der Engländer nicht der einzige Ex-Renault-Mann ist, der zu Manor wechselt, nährt Spekulationen.

Bob Bell war von 2011 bis 2013 technischer Direktor bei Mercedes und mitverantwortlich für die Entwicklung jenes Auto, mit dem Lewis Hamilton vergangenes Jahr Weltmeister wurde. Zuvor arbeitete Bell von 2003 bis 2010 bei Renault F1, erst als Leiter der Chassis-Abteilung, später als Teamchef. Jetzt hat er als Berater bei Manor-Marussia angedockt. Und er ist nicht der einzige frühere Renault-Fachmann, der nun das kleinste GP-Team verstärkt.

Luca Furbatto war Chefdesigner bei Toro Rosso, Gianluca Pisanello Chefingenieur bei Caterham. Beide Teams sind oder waren Kunden von Renault. Dass die Franzosen damit liebäugeln, wieder mit einem eigenen Team in der Formel 1 anzutreten, ist kein Geheimnis, und seit Monaten wird spekuliert, wie sie das wohl anstellen wollen.

Das Geschäftsmodell als reiner Motorenlieferant geht für Renault-F1-Chef Cyril Abiteboul nicht auf: Die Kosten sind zu hoch, der Marketing-Effekt ist zu niedrig. Als mit Red Bull Racing noch WM-Titel eingefahren wurde, war Renault ein Thema. Jetzt ist Mercedes so dominant, dass RBR keine Siegchancen hat. ?

Als Übernahmekandidat wird Lotus gehandelt, die seit 2015 mit Mercedes arbeiten. Bei Force India stellt sich die Frage, wie gesund das Team finanziell ist. Das Gleiche gilt für Sauber. Dann ist da noch Toro Rosso, neben Red Bull Racing eines der zwei verblieben Kundenteams von Renault und der wahrscheinlichste Kandidat für die Rolle des neuen Renault-Werksteams – zumal hier keine versteckten Schulden drohen.

Seit Montag fragen sich viele: Ist es nur Zufall, dass gleich drei Renault nahestehenden Leute zu Manor-Marussia gegangen sind? Zu dem Team, das bis vor ein paar Monaten noch vor der Pleite stand, nur in letzter Minute den Sprung in die Startaufstellung schaffte und auch jetzt hoffnungslos hinterher fährt? Oder sollen die drei Fachkräfte den Weg zu einer Übernahme durch Renault ebnen?

Manor-Investor Stephen Fitzpatrick, der im vergangenen März das Team aus der Zahlungsunfähigkeit erlöst hat, betonte von Beginn an, dass er den Formel-1-Rennstall nicht als Fass ohne Boden sehe, in dem ein Teil seines Vermögens verschwindet. Nach den letzten Entwicklungen wird nun spekuliert, dass der Chef der britischen Firma OVO Energy das Abenteuer Formel 1 schon wieder satt habe und daran denke, das Team gewinnbringend abzustoßen.

Gegen eine Renault-Übernahme von Manor spricht vor allem: der Rennstall liegt technisch weit zurück. Mit dem eingespielten Toro-Rosso-Team hätte man eine Mittelfeldgarantie, mit Red Bull einen tollen Partner. Das alles kann Manor nicht bieten.

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