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Arrivabene (Ferrari): «Vettel hätte Mercedes gejagt»

Erstmals in der Saison 2015 hat Ferrari keinen Podestplatz erringen können. Haben die ganzen Verbesserungen zu wenig gebracht? Teamchef Maurizio Arrivabene nimmt Stellung.

Formel 1

Im Artikel erwähnt



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Maurizio, ihr seid mit einem verbesserten Motor nach Kanada gekommen, Montreal gilt als Power-Strecke, und doch hat es nicht so ausgesehen als sei Ferrari ein echter Herausforderer von Mercedes. Was ist passiert?

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Ich sehe das nicht so. Wenn wir uns den Speed von Vettel und Kimi im Rennen anschauen, dann sehen wir – wir waren gut unterwegs.

(Die Tabelle der schnellsten Rennrunden gibt Arrivabene Recht: 1. Räikkönen mit 1:16,987 min, dann Vettel mit 1:17,105, gefolgt von Lewis Hamilton mit 1:17,472, Felipe Massa mit 1:17,553 und Nico Rosberg mit 1:17,637 min. M.B.)

Leider hatten wir mit dem Wagen von Sebastian im Training ein Problem. Ohne dieses Problem, wenn Vettel also weiter vorne gestartet wäre, dann hätte er da mitgemischt. Ich bin sicher – bei einem normalen Rennverlauf hätte Vettel die Mercedes jagen können. Mit der Leistung an sich bin ich zufrieden. Aber wenn ich die Frage gestellt bekommen hätte, ob ich glücklich bin, dann würde ich antworten: nein, das bin ich nicht.

Kimi hatte teilweise guten Speed. Doch eigentlich war sein Rennen auf nur einen Stopp ausgelegt. Nach seinem Dreher haben wir umgestellt auf einen Zweistopper, um Bottas vielleicht noch abzufangen. Leider war das nicht möglich. Ich bin sehr zufrieden mit Vettel, aber ich bin unzufrieden mit unserem Rennwochenende insgesamt.

Aber hat der verbesserte Motor wirklich alles gebracht, was ihr erwartet hattet?

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Ja. Wir haben das erreicht, was wir damit angestrebt hatten. Leider ist einfach das Wochenende für uns nicht gut verlaufen, so dass wir die Verbesserungen nicht optimal umsetzen konnten. Aus den bekannten Gründen.

Aber wenn das Auto so gut war, wieso fiel dann Kimi zu Beginn des Rennens immer weiter hinter den Mercedes zurück?

Im Wissen, dass er nur einen Stopp machen würde, liess er eine etwas grössere Lücke. Aber wir erkannten später, dass die Zweistoppstrategie die schnellere war.

Wo müsst ihr nun noch zulegen, um Mercedes in Gefahr zu bringen?

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Wir befinden uns auf einem langen Weg. Wir müssen auch ein wenig Bescheidenheit zeigen und dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir müssen zugeben, dass sie derzeit einfach stärker sind als wir. Es wäre derzeit nicht realistisch zu behaupten, dass wir schon bald die Lücke zu Mercedes geschlossen haben. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.

Gab es zu einem gewissen Zeitpunkt am Kommandostand eine Diskussion, Vettel zum Schluss des Rennens vor Räikkönen zu holen, um seine Chancen in der WM zu wahren?

Nein, darüber haben wir nicht gesprochen. Wir haben vor Beginn der Saison klar gemacht, dass beide Fahrer freie Fahrt haben. Ausser dann, wenn ein Wechsel der Position im Interesse des Teams wäre. Sie können tun und lassen, was sie wollen, ohne sich dabei freilich ins Auto zu fahren. Sonst haben sie ein Problem – mit mir.

Haben sich die Ziele für Ferrari nach dem ersten Drittel der Saison verschoben?

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Nein, überhaupt nicht. Wenn du regelmässig Podestplatzierungen erreichst, kann das leicht als Gewohnheit missverstanden werden. Erst wenn du wieder mal wie in Kanada nicht auf dem Siegerpodest stehst, bist du zurück in der Realität. Wir müssen in jedem Rennen in der Lage sein, unter die besten Drei zu fahren, so einen Ausrutscher wie in Kanada dürften wir uns nicht leisten. Wir müssen von einer möglichen Schwäche von Mercedes profitieren.

Wir müssen gleichzeitig weiter daran arbeiten, die Lücke zu Mercedes zu verringern, denn wir orientieren uns nach vorne, nicht nach hinten. Aber an unserem Ziel hat das alles nichts geändert. Wir sind derzeit die Nummer 2, und wir wollen an die Spitze.

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