Radikaler Formel-1-Plan: 3 Meister auf 4 Kontinenten

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Paul Hembery: «Wir haben den Lärm verloren, der immer ein wichtiger Bestandteil der Formel 1 war»

Paul Hembery: «Wir haben den Lärm verloren, der immer ein wichtiger Bestandteil der Formel 1 war»

Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery plädiert für eine umfassende Neugestaltung der Formel-1-WM. Um die Königsklasse des Motorsports zu retten, will der Brite die WM in drei einzelne Wettbewerbe trennen.

Für Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery ist klar: So wie jetzt kann es in der Formel 1 nicht mehr weitergehen. Deshalb hat der tüchtige Brite einen Entwurf für eine neue WM ausgearbeitet, der es in sich hat. Denn Hemberys Idee sieht drei getrennte Wettbewerbe in Europa, Australien und Amerika vor, die durch zwei Pausen getrennt werden. In jedem Wettbewerb würde ein Champion gekürt werden, ganz am Ende des Jahrs sollte dann der Gesamtsieger ermittelt werden.

Hembery erklärt im Guardian-Interview: «Ich werde das in Kürze mit Bernie Ecclestone anschauen. Die logistischen Probleme habe ich noch nicht gelöst, das ist auch die Aufgabe der Teams. Aber es geht darum, mehr Interesse an der Formel 1 zu wecken, vor allem auf dem amerikanischen Kontinent.»

Der Reifen-Experte würde den Saisonstart in Australien belassen, und nach einer Serie von Rennen in Asien die Europa-Rennen ansetzen, bevor die Formel 1 schliesslich in Amerika gastiert. Hembery weiss: «Die Investoren sagen alle das Gleiche: Das grösste Problem der Formel 1 sind die Startzeiten. Sie sind alle auf den europäischen Markt ausgerichtet, was heisst, dass die Amerikaner unglaublich früh aus den Federn müssen, wenn sie die Rennen live sehen wollen.»

Und Hembery betont: «Die Idee kam schon früher auf, doch man hat sie nie weiter verfolgt – in erster Linie, weil gewisse Rennen traditionellerweise an bestimmten Daten stattfinden. Doch es muss etwas passieren, denn es gibt so viele Kritiker, die sagen, die Formel 1 wäre langweilig. Wenn wir nicht aufpassen, dann diskutieren wir uns in einen Sport, den niemand mehr sehen will. Wir laufen Gefahr, unseren eigenen Untergang zu kreieren.»

Der 49-Jährige aus Yeovil ist überzeugt: «Der Sport wird zu negativ wahrgenommen. Wenn wir nichts unternehmen, werden wir da bleiben, wo wir jetzt sind – und das ist inakzeptabel. Die jüngsten Änderungen im technischen Reglement haben nicht die erwünschte Wirkung gezeigt – ausser für das Mercedes-Team, das seinen Job unglaublich gut gemacht hat. Aber für alle anderen ging es nicht auf.»

Und Hembery schimpft: «Wir haben den Lärm verloren, der immer ein wichtiger Bestandteil der Formel 1 war. Und wir haben eine Komplexität geschaffen, die für einige Hersteller eine wirklich grosse Herausforderung war. Und die ganze Zeit über sind die Kosten gestiegen. Wir müssen nun ein fesselnderes Produkt gestalten, das die Leute sehen wollen – also mit mehr Überholmanövern und epischen Duellen.»

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