Frédéric Vasseur (Renault): Respekt vor Red Bull-Team

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Frédéric Vasseur (46) ist die neue Speerspitze von Renault an den Grand-Prix-Pisten, als Sportdirektor. Dem Franzosen ist klar: Einer der härtesten Gegner wird Red Bull Racing.

Die Szenen einer Ehe zwischen Renault und Red Bull Racing der letzten beiden Jahre sind wohldokumentiert, nun wollen die zwei Formel-1-Schwergewichtler (von 2010 bis 2013 mit Sebastian Vettel vier Mal in Folge Weltmeister) nach vorne blicken. Renault tritt wieder mit einem eigenen Werksteam an (dem früheren Lotus-Rennstall aus Enstone/England), RBR erhält die gleichen Motoren, allerdings unter der Bezeichnung TAG-Heuer.

Frédéric Vasseur, neuer Sportdirektor von Renault, versucht jedoch, die Erwartungen niedrig zu halten: «Eigentlich mag ich das Wort Übergangsjahr nicht, denn in Frankreich ist aus einem so genannten Übergangsjahr schon mal eine Dekade geworden», sagt er unseren Kollegen der L’Équipe.

Vasseur spricht davon, dass Red Bull Racing nach der Übernahme von Jaguar Jahre brauchte, um siegfähig zu werden. Als Michael Schumacher zu Ferrari kam, wurde es auch erst im fünften Jahr etwas mit dem lang ersehnten WM-Titel. Einfach gesagt: Vasseur bittet um Geduld.

Gleichzeitig ist der erste Gradmesser ausgerechnet der langjährigePartner Red Bull Racing – denn im Werksauto und im RBR-Renner schlägt das gleiche Herz. Vasseur: «Red Bull Racing weiss haargenau, wie man Rennen gewinnt. Sie bauen Top-Autos, und unser verbesserter Motor sollte ihnen helfen, diesem Ziel wieder ein Schritt näher zu kommen.»

Der letzte Sieg von Red Bull Racing geht auf Belgien 2014 zurück (mit Daniel Ricciardo), der letzte GP-Triumph von Lotus (dem heutigen Renault) auf Australien 2013, mit Kimi Räikkönen.

Frédéric Vasseur weiss, dass er sehr viel Arbeit vor sich hat, wie er in den Gruppeninterviews bei der Teampräsentation in Paris zugab: «Zunächst einmal ist klar, wenn wir die Teams vom Stand 2010 und 2015 miteinander vergleichen – der Rennstall hat einige Schlüsselfiguren verloren. Was mich hingegen freut: In diesem Rennstall ist nie vergessen worden, wie man effizient arbeitet. Selbst im vergangenen Jahr, als die Situation nicht rosig war, wurden einige tolle Ergebnisse eingefahren, vor allem der dritte Rang von Romain Grosjean in Spa-Francorchamps. Dem Team waren die Hände gebunden, was die Weiterentwicklung des Rennwagens anging. Vor diesem Hintergrund wurde gute Arbeit geleistet.»

Renault-CEO Carlos Ghosn hat die Ziele der Franzosen klar umrissen: Man ist nicht in die Formel 1 zurückgekommen, um das Feld zu füllen, mittelfristig soll Renault unter die besten drei Rennställe vorstossen, nach drei Jahren soll der Anschluss an die Spitze gefunden sein, gemäss Vasseur muss Renault spätestens 2020 in der Lage sein, ein Wort um den WM-Titel mitreden zu können.

Frédéric Vasseur weist auf eine Abkürzung hin: «2017 kommt ein wichtiger Schritt auf uns zu. Wir haben eine erhebliche Umstellung beim Reglement, das muss für uns eine wichtige Gelegenheit sein. Ich muss nun entscheiden, wie ich die Ressourcen verteilen will, denn es könnte eine gute Idee sein, mit dem Projekt 2017 sehr früh zu beginnen. Auf der anderen Seite wollen wir auch 2016 gute Ergebnisse erreichen. Wenn wir mit dem aktuellen Auto zu sehr die Zügel schleifen lassen, besteht die Gefahr, dass die Mitarbeiter die Motivation verlieren. Es muss für uns möglich sein, mit beiden Projekten Vollgas geben zu können.»

Die späte Umstellung bei den Piloten (Pastor Maldonado raus, Kevin Magnussen rein) ist gemäss Frédéric Vasseur kein Problem. «Es wäre höchstens eines geworden, wenn wir zwischen den Piloten einen Unterschied von 20 oder 25 Kilogramm hätten. Das ist aber nicht der Fall. Wir haben nun ein junges Fahrertrio, und das ist durchaus in meinem Sinne. Ich bin mit jungen Piloten immer gut gefahren.»

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)
17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)
21. Februar: Roll-out Ferrari (Circuit de Barcelona-Catalunya)
21. Februar: Roll-out HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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