Daniil Kvyat: Versetzung während «Game of Thrones»!

Von Mathias Brunner
Daniil Kvyat (Zweiter von links) bei der Pistenbesichtigung mit seinen Toro-Rosso-Ingenieuren

Daniil Kvyat (Zweiter von links) bei der Pistenbesichtigung mit seinen Toro-Rosso-Ingenieuren

​Der Russe Daniil Kvyat sagt über seine Versetzung von Red Bull Racing zu Toro Rosso: «Dr. Helmut Marko rief mich an, als ich auf dem Sofa lag. Auf Details dieses Gesprächs will ich nicht eingehen.»

Daniil Kvyat wurde nach dem Russland-GP mitgeteilt, dass er nicht mehr Red Bull Racing-Fahrer ist. «Ich lag gerade zuhause in Moskau auf dem Sofa und sah fern. Das Telefon klingelte, ich meldete mich mit „Hallo“, am anderen Ende war Dr. Helmut Marko – wir haben Neuigkeiten für dich. Er sagte mir dann, was entschieden worden war. Ich wollte Erklärungen hören, und die habe ich erhalten. Aber ich will hier nicht auf Details eingehen. Nach Ende des Gesprächs legte ich mich wieder hin und sah meine TV-Serie zu Ende.»

Es passt zum Haifischbecken Formel 1, was sich Kvyat gerade ansah: «Es war „Game of Thrones“.»

Der Russe ist bemerkenswert ruhig, wenn es darum geht, dass er seinen Platz im Top-Team Red Bull Racing verloren hat: «Es ist wie es ist, ich kann es ja nicht ändern. Für mich ändert sich nicht viel. Ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben. Das werde ich auch weiterhin tun. Wenn so eine Wechsel beschlossene Sache ist, dann wird das auch getan, es spielt letztlich keine Rolle, was ich darüber denke.»

Ein englischer Kollege spricht von Degradierung, Daniil erwidert sofort: «Ich finde das ein grosses Wort, denn ich sehe es nicht so. Zunächst einmal sind das Entscheidungen, auf die ich keinen Einfluss habe. Und ich bin ein Mensch, der sich auf das Positive im Leben zu konzentrieren versucht. Das Positive ist, dass ich bei Toro Rosso die Chance erhalte, mein Talent zu zeigen. Und genau das werde ich tun. Klar war die Entscheidung für mich ein Schock. Aber meine Aufgabe ist es nun, aus den Möglichkeiten das Beste zu machen.»

«Bei Toro Rosso bin ich sehr warmherzig empfangen worden, ich kenne ja viele Mitarbeiter noch aus meinem ersten Formel-1-Jahr 2014. Das war schön.»

Natürlich ist in den Worten des jungen Russen auch Bitterkeit herauszuhören. Auf die Frage, was das Reifenkontingent angehe, meint Daniil: «Wir übernehmen die Reifen des anderen, das ist eine Team-Entscheidung. Aber zum Glück behalte ich meine Punkte. Ach ja, und den dritten Platz von China kann mir auch keiner nehmen.»

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