1. Training: Bestzeit und Ärger für Sebastian Vettel

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Sebastian Vettel nutzte den Vorteil der weichen Reifen und sicherte sich die Bestzeit

Sebastian Vettel nutzte den Vorteil der weichen Reifen und sicherte sich die Bestzeit

Sebastian Vettel beendete das erste freie Training zum Spanien-GP mit der Bestzeit. Trotzdem ärgerte sich der Ferrari-Star ganz zum Schluss, weil er zu spät ausrückte und nicht mehr auf die Strecke gelassen wurde.

Die Formel-1-Stars durften bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad Celsius Streckentemperatur zum ersten freien Training in Barcelona ausrücken. Der Erste, der sich auf der Piste zeigte, war Romain Grosjean. Der Haas F1-Pilot bekam nur Sekunden, nachdem er die Boxengasse verlassen hatte, Gesellschaft. Mehrere Fahrer taten es dem Genfer gleich und absolvierten ihre Installationsrunden schon in den ersten Minuten – darunter auch Daniil Kvyat im Toro Rosso-Renner und Max Verstappen im RB12.

Die erste gezeitete Runde drehte Weltmeister Lewis Hamilton, der die 4,655 km lange Strecke in 1:29,834 min umrundete. Kurz darauf wurde der Mercedes-Pilot jedoch von seinem Teamkollegen Nico Rosberg, der stattliche 2,8 sec schneller war, auf den zweiten Platz verdrängt. Hamiltons Antwort folgte auf dem Fuss: Mit 1:25,931 min setzt sich der dreifache Champion wieder an die Spitze.

Der Rest des Feldes bog im Gegensatz zu den Silberpfeilen nach der Installationsrunde wieder an die Box ab, sodass Hamilton und Rosberg die Piste mehrere Minuten für sich hatten. Die Zuschauer auf den Tribünen kamen dennoch auf ihre Kosten, denn Hamilton unterhielt die Fans mit einem Ausritt in der ersten Kurve.

Rauchzeichen von Sergio Pérez

Erst zehn Minuten nach der ersten gezeiteten Runde von Hamilton bekamen die Sternfahrer Gesellschaft: Sauber-Schwede Marcus Ericsson reihte sich auf dem dritten Platz ein, während weitere Gegner ihre Box verliessen und die Zeitenjagd in Angriff nehmen. Für Renault durfte Testfahrer Esteban Ocon ins Lenkrad greifen, dafür musste Jolyon Palmer aussetzen.

Der 19-jährige Franzose hatte aber kein Glück, kaum war er auf der Piste, zwang ihn ein schleichender Plattfuss im rechten Hinterreifen wieder an die Box. Dort wurde offenbar ein weiteres Problem festgestellt, denn das Team meldete: Für den Rennfahrer aus der Normandie war das erste Training nach sechs Installationsrunden gelaufen.

Auch Sergio Pérez wurde von der Technik eingebremst: Der Force India-Pilot, der mit einem stark überarbeiteten Auto ausrücken durfte, musste die Box ansteuern, weil er Rauchzeichen von sich gab. Kaum hatte der Mexikaner das Auto abgestellt, musste ein Brand im Heck seines Dienstwagens gelöscht werden.

Red Bull Racing-Neuzugang Verstappen beschwerte sich derweil über Boxenfunk, weil er Probleme beim Beschleunigen bekundete. Das Red Bull Racing-Team schaffte das Problem aber relativ schnell aus der Welt, denn nur wenige Minuten später sicherte sich der Teenager den achten Platz auf dem Zeitenmonitor. Teamkollege Daniel Ricciardo reihte sich kurz darauf mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Niederländer auf Position 5 ein.

Williams-Pilot Felipe Massa sorgte mit einem Dreher in der fünften Kurve für Action auf der Piste, während sich Ferrari-Star Sebastian Vettel und Rosberg an der Spitze abwechselten, wobei der Mercedes-Pilot zwei Zehntel schneller blieb, obwohl er auf Medium-Reifen unterwegs war und Vettel auf die weiche Mischung setzte.

Max Verstappen schnell

Weil die Formel-1-Stars nach den ersten 40 Minuten ihren Extra-Reifensatz zurückgeben mussten, wurde es am Circuit de Barcelona-Catalunya ruhig. Nach drei Minuten rückte jedoch Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen auf weichen Reifen aus und brannte eine Rundenzeit von 1:24,089 min in den Asphalt. Damit setzte sich der Ferrari-Fahrer an die Spitze des Feldes.

Knapp eine Stunde nach Trainingsbeginn gab Verstappen richtig Gas. Der Red Bull Racing-Neuling reihte sich – auf Medium-Reifen! – auf der fünften Position ein – mit nur 1,4 sec Rückstand auf Leader Räikkönen, der seine Bestzeit jedoch auf der weichen Mischung aufgestellt hatte. Der Finne musste sich denn auch schnell von der Spitze verabschieden, weil ihn Vettel – auch auf Medium-Reifen – verdrängte.

Auf der anderen Seite der Wohlfühl-Skala fand sich Jenson Button wieder. Der McLaren-Pilot beschwerte sich: «Sobald man am Lenkrad dreht, bricht das Heck aus!» Mehr Glück hatte Teamkollege Fernando Alonso, der über eine Sekunde schneller unterwegs war und Position 10 auf der Zeitenliste belegte.

Grund zur Freude hatte auch Pérez, der eine Viertelstunde vor der Mittagspause wieder mitmischen durfte. Sichtlich Mühe hatte hingegen Esteban Gutiérrez, der seinen Dienstwagen nur mit Gewalt auf der Piste halten konnte.

Ärger gab es auch für Sebastian Vettel, der seine letzte Ausfahrt nicht in Angriff nehmen konnte, weil die Boxenampel just in jenem Moment auf rot sprang, als der Ferrari diese Passierte. «Ich fahre weiter», erklärte der Heppenheimer am Funk. Er wurde jedoch von seinem Renningenieur Riccardo Adami zurückgepfiffen. «Okay, aber das ist ein Witz!», ärgerte sich der vierfache Champion am Funk.

Die Bestzeit konnte Vettel aber niemand mehr streitig machen – kein Wunder, schliesslich rückten ausser den beiden Ferrari-Fahrern keine GP-Piloten mit den weichen Reifen aus. Hinter den roten Rennern belegten Rosberg, Hamilton, Ricciardo, Verstappen, Valtteri Bottas, Carlos Sainz, Massa und Alonso die restlichen Top-Ten-Positionen. Kevin Magnussen, Kvyat, Nico Hülkenberg, Sergio Pérez, Felipe Nasr, Gutiérrez, Marcus Ericsson, Button, Pascal Wehrlein, Rio Haryanto und Esteban Ocon komplettierten die Zeitenliste.

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Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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