Christian Horner: Nadelstiche gegen Mercedes-Benz

Von Mathias Brunner
Formel 1
Die Williams-Truppe bestaunt die eleganten Hosen von Christian Horner

Die Williams-Truppe bestaunt die eleganten Hosen von Christian Horner

​Schadenfreude ist die schönste Freude. Nach der Kollision zwischen den beiden Mercedes-Piloten Rosberg und Hamilton stichelt Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner.

Gut zwei Jahre lang hiess seitens Mercedes im Stehsatz: Die Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg ist im Grunde positiv, weil sich die beiden Fahrer zu noch besseren Leistungen anstacheln. Teamchef Toto Wolff hat auch wiederholt festgehalten, wie nun am vergangenen Wochenende auf dem Red Bull Ring: «Die Fans wollen solche Duelle sehen. Was sie nicht sehen wollen, das ist fade Stallorder.»

Aber Toto Wolff hielt vor Beginn der Saison 2016 gleichermassen fest: «Wir haben hin und wieder Mühe mit der Tatsache, dass wir an einem Sonntag ein Rennen gewinnen und dabei aber stets einen Piloten haben, der aufgebracht ist. Das wirkt sich aufs ganze Team aus. Das ist etwas, das nun aufhören muss.»

Wolff steht zur Entscheidung, zwei Fahrer verpflichtet zu haben, die als gleichwertige Nummer 1 behandelt werden. «Wir haben uns für diesen Weg entschieden, weil wir glaubten, dass wir als Team mehr Fortschritte erreichen können. Wir haben diese Entscheidung sehr bewusst getroffen. Aber nun werden wir darüber befinden müssen, wie das Team am besten zusammenzusetzen ist. Persönlichkeit und Charakter sind zwei entscheidende Zutaten für den Erfolg eines Teams. Wenn wir der Ansicht sind, dass die Einheit, der Teamgeist, die Philosophie dieses Rennstalls nicht mehr gegeben sind, dann könnten wir in Betracht ziehen, in Sachen Fahreraufgebot eine Entscheidung zu fällen.»

Was als leise Drohung gedeutet wurde, dass der eine oder andere auch vor die Tür gestellt werden könnte, das wird nicht passieren: Es geht nur noch um rechtlichen Feinschliff am neuen Zweijahresabkommen mit Nico Rosberg. Und der erneute Crash zwischen Rosberg und Hamilton auf dem Red Bul Ring wird gemäss Wolff nichts ändern. «Wir planen langfristig. Wir basieren Vertragsentscheidungen nicht auf Ereignissen in einzelnen Grands Prix.»

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner kann sich eine kleine Nadelspitze für das Tafelsilber der Formel 1 nicht verkneifen.
Horner gibt zwar zu, dass es nicht einfach ist, zwei Alphatiere im WM-Kampf zu managen (Stichwort: Vettel und Webber in Istanbul), sagt aber auch: «Auf lange Sicht – wie tragbar ist ein solches Fahrerduo?»

«In ihrer Lage, wo die Autos so konkurrenzfähig sind und die Fahrer obendrein, da werden sie weiter solche, ähm, Probleme haben. Auf der anderen Seite sehe ich das auch als attraktives Element des Sports. Wenn du ein dominantes Auto hast, dann kann es auch fabelhaft sein, wenn deine Jungs an der Spitze Rad um Rad kämpfen.»

«Es ist enorm schwierig, denn auf der einen Seite sollten die Fahrer ja Teamplayer sein, aber letztlich sind sie Einzelkämpfer. Sie beharken sich um den grössten Preis, den es im Motorsport gibt. Also werden sie unterm Strich das machen, was für sie selber gerade am besten ist.»

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