Kimi Räikkönen (Ferrari): Niederlagen schmerzen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen

​Kimi Räikkönen ist einer von sechs Ungarn-GP-Siegern im Feld – neben Fernando Alonso, Jenson Button, Lewis Hamilton, Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel. Aber er wartet schon viel zu lange auf einen Erfolg.

Wird es im elften Anlauf endlich was mit dem ersten Saisonsieg von Ferrari 2016? Vor dem Rennwochenende auf dem Hungaroring ist noch nicht einmal sicher, wer der stärkste Rivale von Ferrari sein wird – der jetzige Weltmeister Mercedes-Benz oder der frühere Weltmeister Red Bull Racing. Auch Kimi Räikkönen, Formel-1-Champion von 2007 und Ungarn-GP-Sieger 2005, ist unsicher: «Ich kann es nicht sagen. Wir halten uns an den eigenen Fahrplan – das Beste geben, und dann merken wir am Sonntag schon, ob es reicht oder nicht. Ich bin davon überzeugt, dass wir erheblich stärker sein werden als in Silverstone, aber ob das genug ist für den Sieg, das weiss ich nicht.»

«Die Konkurrenzfähigkeit der verschiedenen Rennwagen war von Strecke zu Strecke und bei unterschiedlichen Wetterbedingungen variabel. Ich erwarte ein Ferrari unweit der Spitze, alles Weitere ist reines Mutmassen. Nach dem freien Freitagtraining werde ich schlauer sein.»

Nicht nur Tifosi fragen sich: Lahmt die Entwicklung bei Ferrari, oder entwickeln die Gegner einfach effizienter?

Der 20fache GP-Sieger Räikkönen meint: «Das Auto ist deutlich besser als zu Beginn des Jahres. Aber es ist nicht gut genug. Ich kann nicht für die anderen sprechen und was sie alles getan haben. Bei uns ist es einfach so – auf einigen Pisten sind wir näher an der Spitze, auf anderen tun wir uns schwer. Ich erwarte, dass wir in diesem Jahr noch Rennen gewinnen.»

Dabei helfen soll auch der Silverstone-Test. Kimi weiter: «Wir sind beim Test einigen Problemen auf die Spur gekommen, die uns am GP-Wochenende behindert hatten. Wir waren beim Test schneller als an den Tagen des Grand-Prix-Wochenendes zuvor, das zeigt, dass wir da auf der richtigen Fährte sind. Ich weiss, das lässt sich im Nachhinein immer leicht sagen, aber wir hätten in Silverstone konkurrenzfähiger sein können.»

Kimi ist in Ungarn sieben Mal unter die besten Drei gekommen, aber er sagt: «Ein Erfolgsgeheimnis existiert nicht. Es mag so sein, dass man sich auf gewissen Pisten leichter tut. Aber in der Regel kommt es darauf an, wie reibungslos dein Wochenende verläuft.»

Was erwartet der Finne von der zweiten Saisonhälfte? «Unser Ziel besteht weiter darin, an die Spitze vorzudringen. Ich hoffe, wir können die Saison noch drehen. Ich bin WM-Dritter, aber deswegen fahre ich nicht Rennen. Wir wollen gewinnen, wir wollen ein Wörtchen um den Titel mitreden. Aber um das zu schlagen, müssen wir an Mercedes vorbei. Zum Glück beharken die sich tüchtig, das kommt uns zunutze.»

Es ist davon die Rede, dass der frühere Ferrari-Technikchef Ross Brawn ein Angebot erhalten hat, wieder in Maranello tätig zu sein. «Davon weiss ich nichts», sagt Kimi. «Auch wenn wir nicht dort sind, wo wir gerne wären, haben wir ein fabelhaftes Team. Wir wissen, in welchen Bereichen wir zulegen müssen, aber den magischen Trick, der alles über Nacht regelt, den gibt es eben in der Formel 1 nicht. Wir müssen Vertrauen darin haben, dass wir als Gruppe das Richtige machen.»

Hat Räikkönen Verständnis dafür, dass sich nicht nur unter den Ferrari-Fans Enttäuschung breitmacht über den bisherigen Saisonverlauf? «Klar, wir sind alle enttäuscht. Es bereitet allen hier Schmerzen, wenn wir nicht gewinnen. Aber es hilft ja nichts. Wir laufen vor den Problemen nicht weg, wir arbeiten hart weiter. Ich sehe keinen Grund für Niedergeschlagenheit.»

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