Experte Francesco Guidotti: «Kann kein Riesenproblem für Ducati sehen»
Der Italiener Francesco Guidotti kennt das Fahrerlager der MotoGP wie nur wenige. Der einstige Ducati- und KTM-Teammanager und jetzige TV-Experte exklusiv zum verhagelten Saisonstart bei Ducati Corse.
Fans der seit Jahren in der Königsklasse in Front fahrenden Marke Ducati hatten über weite Strecken des Saisonauftakts in Thailand mit Atemproblemen zu kämpfen. Schon von den ersten Rennen war klar: In Sachen Tempo hat sich zumindest in Buriram Aprilia mit Frontmann Marco Bezzecchi an die Spitze vorgekämpft. Zeittraining und Qualifying beendete «Bezz» auf Platz 1, basta.
Zwar patzte Bezzecchi im Sprint, doch der Sieg ging auch über die kurze Distanz nicht an Ducati-Trumpfass Marc Marquez. Wenn auch nach umstrittener Entscheidung, KTM-Youngster Pedro Acosta hat den Champion bei der ersten Wettfahrt des Jahres niedergekämpft. Knüppeldick kam es dann beim Großen Preis. Während Marco Bezzecchi unantastbar zum Sieg flog, wurde
Die Ausbeute der weiteren drei Ducati-Vertreter: Platz 6 für Fabio Di Giannantonio – hinter drei (!) Aprilia-Piloten, Rang 8 und 9 für Franco Morbidelli und Pecco Bagnaia. Kaum zu glauben – nach dem Thailand-GP taucht die erste Maschine mit Fabio Di Giannantonio an siebter Stelle auf. Dass man Buriram hinter zwei KTM- und vier Aprilia-Piloten abschließt, damit hatten vor allem nach den Tests auch große Pessimisten nicht gerechnet. Entsprechend tief flogen in den Tagen nach dem sportlichen Debakel vor allem in Italien die Wortgeschütze.
Weit weniger dramatisch beurteilt ein ebenfalls in Italien ansässiger Fahrerlager-Experte die Lage für die Rennabteilung aus Bologna. Francesco Guidotti, seit Jahrzehnten im WM-Fahrerlager zuhause und aktuell als
Der ehemalige KTM- und Pramac-Ducati-Teammanager weiter: «Realistisch betrachtet ist ein Ausgang wie beim Thailand-GP eher normal und aus meiner Sicht kein Drama für Ducati.»
Ducati-Piloten – konkurrenzfähig aber glücklos
Guidotti, noch 2024 im Kommandostand von Red Bull KTM Factory Racing, nennt Gründe: «Natürlich hat Aprilia einen großartigen Job gemacht, sie haben aufgeschlossen. Den Unterschied in Buriram konnte Bezzecchi aber auch deshalb machen, weil er zu den wenigen Piloten gehört, die die spezielle Karkasse von Michelin, die sonst nur noch in Mandalika und am Red-Bull-Ring gefahren wird, lieben. Marc war nach langer Auszeit mit an der Spitze. Unter normalen Umständen wäre er zum Auftakt zweimal auf dem Podium gestanden, mehr kann man nicht erwarten.»
«Auch die VR46-Piloten waren in Sachen Speed voll dabei. Nur die Ergebnisse haben nicht dazu gepasst. «Diggia» hatte ebenfalls ein kleines Technikproblem, das ihn zurückgehalten hat, und Morbidelli hat von Platz 19 aus nach seinem sehr schlechten Start eines seiner besten Rennen gezeigt – das Tempo beider war konkurrenzfähig«, so der Italiener.
Bleiben Alex Marquez und Pecco Bagnaia. Guidotti: «Ich denke, der «Fall Alex» ist nicht ganz einfach. Er ist unter ganz anderen Voraussetzungen gestartet als 2025. Damals hatte ihn niemand auf der Liste und er konnte frei fahren – jedes Rennen war von der Einstellung her ein gutes Rennen. Das hat sich geändert. Jetzt gibt es Erwartungen durch die Unterstützung vom Werk – in Thailand hat das fahrerisch im Kies geendet.»
Nur Bagnaia bleibt ein Fragezeichen
Und Bagnaia? «Ehrlich gesagt ist Pecco für mich das einzige Fragezeichen im Ducati-Lager. Er hat im Winter gezeigt, dass er das Tempo der anderen Ducati-Piloten hat, doch in den Rennen konnte er nicht aufzeigen, ohne wirklich ersichtlichen Grund. Insgesamt hat aber auch einen guten Job gemacht. Man kann nach einem GP noch nicht viel sagen, aber ein großes Ziel war es, die Ducati-Piloten alle zusammen schnell zu bekommen, und dem Ziel sind sie nähergekommen. Möglicherweise haben sie dabei im Winter aber Zeit an anderer Stelle verloren. Ein Riesenproblem kann ich für Ducati aber nicht sehen.»
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