Lewis Hamilton: Was bedeutet seltsame Siegergeste?

Von Mathias Brunner
Formel 1
​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Was sollte die seltsame Geste von Lewis Hamilton nach seinem Sieg in Ungarn? Ich bin Silberpfeilschütze? Ich bin schnell wie Usain Bolt?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Tina Ammermüller aus München wissen: «Was sollte diese seltsame Geste von Lewis Hamilton nach seinem Sieg in Ungarn? Ich bin ein Silberpfeilschütze? Ich bin so schnell wie ein Blitz?»

Früher hat Fernando Alonso nach seinen Siegen jeweils ein anderes Tier nachgeahmt (ein Scherz mit seinen Freunden, sie sollten vor dem TV-Schirm herausfinden, was der Spanier darstellt) oder die Pose eines Stierkämpfers. Das brachte ihm postwendend Kritik von Tierschützern ein. Schumi zeigte die Siegerfaust oder machte einen Freudenhüpfer, Sebastian Vettel seinen berühmten Zeigefinger.

Neu ist, was wir von Lewis Hamilton gesehen haben: Nach dem Sieg auf dem Hungaroring kletterte er auf seinen treuen Silberpfeil, streckte den linken Arm aus und legte den Kopf in den angewinkelten rechten Arm.

Das erinnert wirklich fast ein wenig an Bogenschiessen oder an Usain Bolt, der sich nach einem Sieg ganz ähnlich in Szene setzt – was ganz gut zum Namen passt, sowohl beim Jamaicaner wie beim englischen Rennfahrer. «To bolt» bedeutet übersetzt enteilen.

Aber natürlich ist Lewis Hamilton viel cooler, und so ist seine neue Geste vielmehr in der Hiphop-Szene beheimatet und heisst «dab» oder «dabbing». Dab ist ein Tanz, bei dem die Tänzer gleichzeitig den einen Arm ausstrecken und den Kopf in die andere Armbeuge legen, ein wenig, als würde man niesen müssen.

Der Tanz kommt aus Atlanta (USA), die Herkunft ist umstritten. Welcher Hiphop-Künstler den Dab salonfähig macht, ist nicht so klar, Migos («Look at my dab»), Peewee Longway, Rich The Kid, Skippa Da Flippa, alles möglich. Einige führen die Bewegung darauf zurück, dass Kokain aus der Ellbeuge geschnupft wird. Viele Rapper haben sich in sozialen Netzwerken vehement gegen diese Rauschgiftverbindung ausgesprochen.

Heute ist die Geste unter Sportlern weit verbreitet, etwa unter Spielern aus dem American Football oder auch im internationalen Fussball. Bestes Beispiel aus den USA: Der Dab von NFL-Star Cam Newton, wenn ihm im Dress der Carolina Panthers ein Touchdown gelungen ist. Newton zeigte die Triumphpose erstmals im November 2015 gegen die Tennessee Titans. Nach dem Spiel darauf angesprochen, sagte der Sportler damals: «Das hat mir mein 16jähriger Bruder Caylin gezeigt. Er meinte – wenn du einen Punkt machst, dann Dab sie. Und das habe ich dann getan.»

Der Rapper Rich The Kid hat ein YouTube-Video ins Netz gestellt, mit einer Anleitung zum Dab. Seit Februar wurde das mehr als eine Million Mal angeklickt.

Lewis Hamilton postete sich selber beim Dab und schrieb dazu auf Twitter: «Schaut meinen Dab an!» Dazu stellte er einige Musiknoten und drei Smilies.

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Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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