Ferrari-Boss: Dürfen keine weitere Zeit verschwenden

Von Andreas Reiners
Formel 1
Sergio Marchionne (re.) mit Maurizio Arrivabene

Sergio Marchionne (re.) mit Maurizio Arrivabene

Ferrari hinkt den eigenen Zielen und Ansprüchen deutlich hinterher. Präsident Sergio Marchionne wird deutlich, auch was die Zukunft des Teamchefs angeht.

Das Ziel war logisch: Nach einem starken Jahr nach dem Umbruch 2015 wollte Ferrari in dieser Saison einen Schritt nach vorne machen. Nachdem man im letzten Jahr mit Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen zweite Kraft war, bedeutete das: Mercedes angreifen.

Doch davon ist die Scuderia weit entfernt. Nach dem vergangenen Rennen in Hockenheim ist sogar Red Bull Racing an dem Traditionsrennstall vorbeigezogen.

Ferrari in der Krise? Nun, zumindest sind die Probleme nicht wegzudiskutieren, auch wenn die Fahrer weiter versuchen, Optimismus zu verbreiten. Und der Präsident? Sergio Marchionne gibt sich trotz der ernüchternden Auftritte bislang relativ zurückhaltend, was die Zeit nach der Sommerpause angeht.

«Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich zufrieden war. Deshalb hoffen wir, dass die zweite Hälfte besser wird», sagte Marchionne. Gerüchten, Teamchef Maurizio Arrivabene stehe auf der Kippe, wies Marchionne zurück.

«Wir setzen auf Arrivabene, weil er die Formel 1 kennt. Wir brauchen einen Chef wie ihn, der mit Leuten zusammenzuarbeiten und der ein Team führen kann», so Marchionne weiter. Ein Team um den viermaligen Champion Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen, für die er ebenfalls warme Worte übrig hat. «Sebastian ist ein Champion. Und wir haben die Arbeit, die Kimi gemacht hat, mit einem neuen Vertrag anerkannt», sagte Marchionne.

Im Idealfall soll Arrivabene das stolze Team wieder auf Platz zwei hinter Mercedes führen, Marchionne lässt sich im Hinblick auf die zweite Saisonhälfte kein konkretes Ziel entlocken, lässt aber zwischen den Zeilen durchblicken, dass ihm das bisherige Auftreten nicht gefallen hat: «Ich möchte die Saison mit Ehre und Anstand beenden, in dem Wissen, dass jeder an jedem Wochenende alles gegeben hat. Wir dürfen keine weitere Zeit verschwenden.»

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