Nico Hülkenberg: Halo, Reifen und die Kristallkugel

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg

​Force-India-Fahrer Nico Hülkenberg wird zu Beginn des ersten Belgien-Tainings den Kopfschutz Halo ausprobieren. «Ich bin sehr gespannt, wie sehr die Schutzvorrichtung die Sicht beeinträchtigt.»

Der Deutsche Nico Hülkenberg wird einer von möglicherweise vier Fahrern sein, der im ersten Freitagtraining mit dem Kopfschutz Halo (Heiligenschein) ausrücken. Auch Nico Rosberg (Mercedes) und Toro Rosso fahren mit Halo, dazu soll ein viertes Team kommen.

Nico über den kommenden Test: «Ich freue mich auf den Versuch, auch wenn ich nicht lange mit dem Halo unterwegs sein werde, vermutlich nur während der Installationsrunde. Ich bin gespannt darauf, wie die Schutzvorrichtung die Sicht beeinträchtigt. Von allen Strecken ist Spa-Francorchamps am besten dazu geeignet, den Halo zu prüfen, weil es hier rauf und runter geht.»

Nach dem Hockenheim-GP hat Hülkenberg «mit dem Team noch ein wenig Hausaufgaben gemacht, aber dann habe ich wirklich abschalten können. Ich konnte die Ferien geniessen und habe das Fahren nicht übermässig vermisst. Es war schön, den Kopf frei zu bekommen, nun freue ich mich wieder auf die Arbeit.»

In der Pause hat Hülkenberg fleissig Olympia geguckt. «Vor allem die Leistungen der Turner beeindruckten mich sehr – diese Köperbeherrschung, diese Kraft.»

Force India jagt in der Markenwertung Williams im Kampf um WM-Rang 4. Nico meint: «Wir haben noch neun Rennen, wir liegen nur um fünfzehn Zähler zurück, das ist machbar. Wir wissen auch, dass uns Williams nicht kampflos vorbeilassen wird, aber ich glaube, wir haben gute Chancen – wenn wir aus unseren Möglichkeiten das Beste holen. Wir haben nun ein konstant konkurrenzfähiges Auto, wir haben in den Rennen strategisch klug gearbeitet. Da ist für uns alles drin.»

«Es tut gut, ausgerechnet hier in Belgien die Sommerpause zu beenden – eine so tolle Rennstrecke! Es wird ein interessantes Wochenende, auch deshalb, weil es markant wärmer ist als sonst. Das kann dann leicht auf die Hinterräder gehen. Zudem haben wir hier eine lange Runde.»

Im Gegensatz zu Williams hat Force India die Entwicklung des 2016er Autos gemäss Hülkenberg abgeschlossen. «Da kommt nichts mehr, im Werk wird volle Kanne für 2017 gearbeitet. Ich habe schon Bilder vom kommenden Autos gesehen, abgesehen von den breiten Reifen kommt mir der Renner gar nicht so anders vor.»

Die breiten Reifen sind aber ein gutes Stichwort. Wenn es wie in Monaco auf jeden Millimeter ankommt, wie richtet ein Pilot dann im Leitschienen-Pingpong seine Antennen neu aus – sowohl was die Pistenbegrenzung als auch das die Rad-an-Rad-Duelle betrifft?

Nico: «Monaco ist natürlich das extremste Beispiel. Aber es stimmt schon, der ganze Wagen ist breiter, du brauchst neue Referenzpunkte. Doch daran gewöhnt man sich ziemlich schnell, da mache ich mir keinen Kopf.»

Hülkenbergs Stallgefährte Sergio Pérez flirtet offen mit Renault, Nico selber ist hinsichtlich 2017 «ganz entspannt. Im Grunde sind ja nur noch Plätze bei Williams und Renault zu haben. Und kein Fahrer hat eine Kristallkugel, wie die Konkurrenzfähigkeit im kommenden Jahr aussieht. Es ist immer schwierig. Als ich mich im September 2012 entscheiden musste, zu Sauber zu gehen oder bei Force India zu bleiben, war das eine Entscheidung, die acht Monate später zum Tragen kam. Für 2017 gibt es wegen der neuen Regeln noch mehr Unwägbarkeiten. Du hast einen Riecher, aber keiner kann garantieren, ob es wirklich so kommt, wie du dir ausrechnest. Beim eigenen Team kannst du die ganzen Entwicklungen wenigstens abschätzen.»

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