Nico Rosberg nach Monza-Sieg: «Ich hatte Reserven»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Rosberg nach seinem Sieg in Monza

Nico Rosberg nach seinem Sieg in Monza

​Monza-Sieger Nico Rosberg sagt rund zwei Stunden nach seinem siebten Saisonsieg: «Ich hatte im zweiten Teil des Rennens Reserven. Die Starts bleiben ein Thema. Keiner kann gute Starts garantieren.»

Scheinbar ungefährdet flitzte Nico Rosberg zu seinem 21. GP-Triumph, aber der Mercedes-Star vermeidet es, das Wort «einfach» zu betonen. «Einfach ist es nie, immerhin machen wir hier Formel 1. Schon der Start ist eine höchst knifflige Sache, wie ich selber schon ein paar Mal am eigenen Leib erlebt habe und wie es heute Lewis passiert ist. Zum Glück war mein Start sehr gut, und der erste Teil des Rennens lief hervorragend. Aber ich musste auf den Abstand zu den Ferrari achten. Sagen wir es vielleicht so: Es war nicht mein härtestes Autorennen.»

Fragen wir mal anders: Wie viele Reserven hatte Rosberg, um notfalls ein paar Schippen nachzulegen? «Schon einige, vor allem im zweiten Teil des Rennens. Aber nochmals: Einfach ist es nie.»

Wir haben wieder diese Wellenbewegung bei den Mercedes-Piloten: Zunächst der tolle Lauf von Nico Rosberg, dann die Siegesserie von Hamilton, seit der Sommerpause hat Nico wieder die Oberhand und liegt nur noch zwei Zähler hinter Lewis. Rosberg hatte mal 43 Punkte Vorsprung, dann 19 Punkte Rückstand, jetzt beträgt der Unterschied zwei Zähler, das ist fast eine WM, die auf null gestellt ist. Nico sagt aber: «Ich denke nie an solche Bewegungen, weil ich immer nur ein Rennen ums andere nehme und nicht an die WM denken will. Ich habe nie den Glauben daran verloren, dass ich jedes einzelne Rennen gewinnen kann. Wenn ich mir überlegen würde, was ich an Vorsprung eingebüsst habe, dann hätte ich schlaflose Nächte. Also erspar ich mir das.»

Nach dem Abschlusstraining hatte Teamchef Toto Wolff den Eindruck, dass sich Nico im Qualifying im Auto einfach nicht wohlgefühlt habe – was den grossen Abstand zu Lewis erklären würde. Warum war das im Rennen auf einmal wieder anders?

Rosberg sieht das anders: «Es stimmt, dass der Abstand im Abschlusstraining grösser war als üblich. Aber ich tröstete mich im Wissen, dass meine Dauerläufe im Renntrimm am Freitag sehr gut gewesen waren. Und im Rennen war dieses gute Gefühl da. Ich selber finde nicht, dass ich mich am Samstag im Wagen unwohl gefühlt habe, Lewis hat einfach einen besseren Job gemacht.»

Die unterschiedlichen Starts und das Verhalten der Kupplung sind nach dem Monza-GP als heisses Thema zurück. Nico hat unmittelbar nach dem Rennen festgehalten, er habe seit dem verpatzten Start in Hockenheim daran gearbeitet. «Ich habe einfach mit den Ingenieuren viel Zeit verbracht, um mich tiefer in die Materie einzuarbeiten. Ich wollte wissen: Woher kommen diese schlechten Starts? Was können wir da besser machen? Und wir haben Fortschritte erzielt. Aber das Thema bleibt schwierig. In Belgien und hier in Italien hat alles gut geklappt, aber das ist keine Garantie, dass es beim nächsten Mal in Singapur auch so sein wird.»

Einfach gefragt: Entscheiden die Starts letztlich die WM? Nico: «Die Starts haben in diesem Jahr viele Rennen entschieden. Ich habe in Hockenheim wegen des Starts meine Siegchanc verloren. Sie sind daher ein wichtiger Teil. Aber eben nur ein Teil von vielen Bausteinen.»

Bis auf den Spanien-GP, den die Mercedes-Fahrer mit ihrer Kollision verschenkt haben, ist diese WM ein Durchmarsch von Mercedes. Nun geht es nach Singapur, wo die Weltmeister 2015 geschwächelt haben. Mit welchem Gefühl reist Nico nach Asien? «Es stimmt, Singapur war das vielleicht schwierigste Wochenende von all meinen Rennen für Mercedes. Wir waren, wenn ich mich richtig erinnere, 1,8 Sekunden hinter dem Schnellsten, und das ist in der Formel 1 eine Weltreise. Wir glauben, wir haben seit 2015 Fortschritte gemacht, aber Gewissheit werden wir erst erhalten, wenn wir dort sind.»

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