Power siegt im Sao-Paulo-Chaos

Von Guido Quirmbach
Indy Car
Guter Speed, falsche Strategie: Takuma Sato

Guter Speed, falsche Strategie: Takuma Sato

Zweiter Saisonsieg für den Australier. Sato vergab Siegchance durch Strategie-Fehler!

Nachdem die Tribünen gestern noch brechend voll war, fuhren die Indy Cars in Sao Paulo bei der Fortsetzung des wegen Regen unterbrochenen Rennens heute fast vor einer Geisterkulisse. Kein Wunder, auch in Brasilien ist der Montag ein normaler Arbeitstag.

Die wenigen Besucher sahen den zweiten Saisonsieg von Will Power. Der Australier war heute nicht der schnellste, aber der cleverste Pilot. Bei den schwierigen Bedingungen liess der den überraschend starken Takuma Sato ziehen und richtete sein Rennen nach seinem stärksten Rivalen um den Titel Dario Franchitti aus. «Als Dario an die Box ging (nach seinem Dreher, sieh weiter unten), war uns klar, dass er möglicherweise vorne liegt, wenn wir uns verzocken. Dann haben wir das gleiche getan wie er!» erklärte Power im Siegerinterview.

 
Es sollte noch mehr werden. Nach seinem Stopp auf dem 8. Rang wieder auf die Strecke gegangen, überholte Power vier Autos auf der Piste, die drei weiteren tankten unter «Grün»

Zweiter wurde Graham Rahal vor Ryan Briscoe und Dario Franchitti, der nun 13 Punkte hinter Power auf Rang 2 der Meisterschaft liegt.
 
Vor der Fortsetzung des Rennens war es trocken, doch in der Einführungsrunde begann es wieder zu regnen. Da Startlinie und Boxen in Sao Paulo nicht auf der gleichen Ebene liegen, bog das gesamte Feld unmittelbar nach der gründen Flagge in die Boxengasse ab und holte sich Regenreifen.
 
Power übernahm die Führung, bevor Sébastien Bourdais und Ryan Hunter-Reay mit Ausrutschern erneut für «Gelb» sorgten. Beim kommenden Restart übernahm dann Takuma Sato die Führung, der zwar aussen die erste Kurve anfahren musste, aber dort mehr Grip vorfand und deshalb später als Power bremsen konnte.

Rund 40 Minuten vor dem Ende des Rennens einer der raren Fehler von Dario Franchitti, der in einen Reifenstapel rutschte und sich die Nase verbog.

Sato lag in einer guten Position, doch schon bald war klar, dass der Sprit nicht reichen wird, im Gegensatz zu Power, der unter «Gelb» sich noch einige Liter abholte, während Sato auf die nächste Gelbphase wartete. Die nicht mehr kam. Beim Tankstopp im Renntempo fiel der Japaner auf den 8.Rang zurück. Ärgerlich für Sato, denn auf nasser Strecke war er meist der schnellste Fahrer im Feld.

Wie die meisten der gestern gestrandeten nahm auch Simona de Silvestro das Rennen heute nochmals auf. Dabei überzeugte sie mit schnellen Runden, was ihr aber angesichts des Rückstandes von 9 Runden nichts mehr nutzte. Die Schweizerin wurde am Ende 20.

Nach vier Strassen- bzw. Rundstreckenrennen steht nun der Saisonhöhepunkt von Indianapolis auf dem Programm. Power, der auf den Ovalen im letzten Jahr den schon sicher geglaubten Titel verlor: «Ich freue mich auf Indy. Wir sind im Team alle wesentlich entspannter als noch 2010 und wir werden auch in Indy sehr stark schnell sein!»

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