Didier Grams (BMW): Punkte dank «Nachbarschaftshilfe»

Von Helmut Ohner
Die Kollegen halfen, damit Didier Grams in Hengelo an den Rennen teilnehmen konnte

Die Kollegen halfen, damit Didier Grams in Hengelo an den Rennen teilnehmen konnte

Nach einem Sturz im zweiten Zeittraining, bei dem seine BMW schwer beschädigt wurde, musste Didier Grams froh sein, dass er in Hengelo überhaupt punkten konnte. Die Hilfe aus dem Fahrerlager machte es möglich.

Es war alles angerichtet für die fünfte Verteidigung seines Titels. Nur wenige Tage vor der ersten Veranstaltung der International Road Racing Championship (IRRC) im niederländischen Hengelo hatte sich Didier Grams auf dem Masaryk Ring eingerollt. Laut Aussage seines Vaters war aus beruflicher Sicht zeitlich nicht mehr machbar.

Das erste Zeittraining für die Rennen auf dem Varsselring beendete der Deutsche an der zweiten Stelle, nur sein Landsmann David Datzer war um einige Zehntelsekunden flotter unterwegs. Im zweiten und entscheidenden Qualifying wollten sich die beiden BMW-Piloten zusammentun, um ihre Rundenzeiten nochmals zu verbessern.

«Didier ist auf einer schnellen Runde ohne Vorwarnung das Vorderrad eingeklappt. Ich habe aus den Augenwinkeln gesehen wie die Teile geflogen sind und danach gleich die gelben Flaggen geschenkt wurden. An dieser Stelle ist man mit etwa 200 km/h unterwegs. Als ich realisiert habe, dass es mein Sohn ist, war ich geschockt», verriet Vater Jens Grams.

«Für mich war klar, dass dieser Abflug nicht ohne Verletzungen abgegangen sein kann. Ich bin davon ausgegangen, dass Didier jetzt wohl ins Krankenhaus muss. Aber er ist ein harter Brocken. Außer einem dicken Knöchel und unzähligen blauen Flecken hat er nichts abbekommen. Heute ist er wieder in seinem Beruf als Zimmermann im Einsatz.»

Nach der Bergung der Maschine und der Begutachtung des Schadensausmaßes war man sich im Team klar: «Noch so ein Sturz und wir müssen aufhören», war die knappe Zusammenfassung von Jens Grams. «Gott-sei-Dank ist die BMW ein robustes Motorrad, das viel aushält. Trotzdem ist der Schaden beträchtlich.»

Um das Motorrad wieder einsatzfähig zu bekommen, wurde auf den obligatorischen Umtrunk im Kreise seiner Kollegen, der Mechaniker und Fans verzichtet, die Jagd nach Ersatzteilen und die anschließende Reparatur seines fahrbaren Untersatzes hatten dieses Mal absoluten Vorrang. «Die Nacht war trotzdem sehr kurz.»

«Durch den Zusammenhalt unter den Fahrern konnten wir uns die benötigten Teile ausborgen. David Datzer hat uns die Gabel seines TT-Motorrades zur Verfügung gestellt und das Team von Rico Penzkofer hat geholfen, wo es nur konnte. Dafür müssen wir uns wirklich bei allen bedanken. Sie haben es ermöglicht, dass Didier wenigstens ein paar Punkte sammeln konnte.»

«In den Rennen war wichtig, Punkte für die Meisterschaft zu holen und keinen weiteren Sturz zu riskieren. Die geborgten Teile sollten ja in einem Stück zurückgegeben werden. Weil Davy Thoonen für die IRRC-Wertung nicht zählt, wurden es zwei sechste Plätze. Diese Zähler können am Ende von großer Bedeutung sein.»

Ergebnisse, IRRC Hengelo, Superbike
Lauf 1
1. Vincent Lonbois (B), Yamaha, 9 Runden in 16:3,773 min. 2. David Datzer (D), BMW, 6,714 sec. zur. 3. Lukas Maurer (CH), +18,919 sec. 4. Joey Den Besten (NL). 5. Virgil-Amber Bloemhard (NL), alle Kawasaki. 6. Didier Grams (D), BMW. Ferner: 11. Patrick Hoff (D). 13. Marcel Elsner (D). 15. Johannes Schwimmbeck (D). 19. Nico Müller (D), alle BMW. 22. Hanno Brandenburger (D), Suzuki. 23. Andreas Jochum (D). 24. Reinhard Strack (D), beide Yamaha. 25. Rene Grundei (D), BMW.

Lauf 2
1. Lonbois, 9 Runden in 16:04,480 min. 2. Datzer, 3,917 sec. zur. 3. Davy Thoonen (NL), BMW, +10,455 sec. 4. Maurer. 5. Bloemhard. 6. Den Besten. Ferner: 7. Grams. 11. Hoff. 15. Elsner. 16. Schwimmbeck. 18. Müller. 19. Jochum. 23. Brandenburger. 25. Strack. 28. Olivier Lupberger (CH), Kawasaki.

Stand IRRC Superbike (nach 2 von 8 Rennen)
1. Lonbois, 50 Punkte. 2. Datzer, 40. 3. Maurer, 32. 4. Bloemhard und Den Besten, beide 24. 6. Grams, 20. Ferner: 9. Hoff, 13. 11. Elsner, 8. 15. Schwimmbeck, 5. 18. Müller, 1.

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