Aprilia RSV4 FW: Käufliche Werksmaschinen mit 250 PS!

Von Rolf Lüthi
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Schon seit mehreren Jahren bietet Aprilia von der Rennabteilung aufgebaute Motorräder für den Einsatz auf der Rennstrecke an, die Factory Works Versionen. Mehr als 250 PS sind möglich.

Die Factory Works Motorräder werden von der Aprilia-Rennabteilung, die als Referenz unter anderem insgesamt 54 WM-Titel vorweisen kann, nach Kundenwunsch von Hand aufgebaut. Sind Renneinsätze geplant, können die Motorräder passend zu den jeweiligen nationalen Superstock- oder Superbike-Reglementen konfiguriert werden. Bei Motor und Elektronik sind verschiedene Tuningstufen möglich. Wenn alle Register gezogen werden, resultieren mehr als 250 PS.

Als Basismotorrad für die RSV4 FW SSTK1 dient die Aprilia RSV4 RR Race Pack, welche mit Öhlins-Federelementen und Schmiederädern bestückt ist. Zusätzlich wird die Serien-Elektrik mit einer leichten Lithiumionen-Batterie aufgewertet. Die Mappings von Motorsteuerung und der Assistenzelektronik sind von der Rennabteilung neu programmiert. Die Cockpitanzeige ist vorinstalliert für die Verwendung eines Laptimers. In Kombination mit dem V4-MP-System, Aprilias Multimedia-Platform, können die Einstellungen der Elektronik für jede Kurve einer Rennstrecke einzeln abgestimmt werden.

Die Bremsen sind optimiert und erleichtert, das ABS ist deaktiviert. Ebenso ist der V4-Motor optimiert und erleichtert, Thermostat und Sekundärluftsystem sind abgebaut und die Führung der Kühlwasserleitungen vereinfacht. Dazu ist eine Auspuffanlage von Akrapovic und ein Verkleidungskit mit Winglets verbaut.

In Stufe 2 der Superstock-Konfiguration (RSV4 FW-SSTK2) gibt zusätzlich einen vereinfachten Kabelbaum und eine voll programmierbare Motorsteuerung mit Datenspeicher, deren Verwendung im Superstock 1000 Cup der FIM zugelassen ist. Mit spezifischen Rennsport-Modifikationen steigt die Motorleistung auf 204 PS.

In der Superbike-Version (RSV4 FW-SBK) wird die Bordelektronik mit einem GPS-Modul ergänzt. Dazu kann optional ein Sensorkit für die Erhebung von Telemetriedaten montiert werden. Das Getriebe ist mit einem bidirektionalen Sachaltautomat ausgerüstet, und mit aufwändigerem Motortuning nach Superbike-Reglement werden 215 PS freigesetzt.

Wer das beste will, greift zur RSV4 FW-GP. Basis ist die Superbike-Konfiguration. Der Motor basiert jedoch auf dem V4 der RS-GP 15, der 2015er Version von Aprilias MotoGP-Motorrad. Er hat 81 mm Bohrung und pneumatisch betätigte Ventile. Mehr als 250 PS sind versprochen.

Käufer einer RSV4 FW-GP werden von Aprilia bevorzugt behandelt. Sie werden zur Vertragsunterzeichnung ins Aprilia-Werk nach Noale/I eingeladen, so dass sie die ideale Konfiguration ihres Motorrads in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren festlegen können. Während dem Aufbau des Motorrads werden sie laufend mit Bildern über den Stand der Arbeiten informiert und es gibt eine spezielle Hotline für ihre Betreuung. Die Ablieferung erfolgt persönlich durch Ingenieure der Rennabteilung. Eine Lederkombi und eine Einladung zu einem MotoGP-Wochenende gibts als Zugabe ebenso wie ein Tag an einem Renntraining, an dem Ingenieure der Rennabteilung das Motorrad auf die Bedürfnisse des Fahrers abstimmen. Preise in Abhängigkeit der Konfiguration und auf Anfrage.

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