Speiser: «Ich habe keine Angst»

Von Jan Sievers
Langbahn-WM
Richard Speiser

Richard Speiser

Der Allgäuer Richard Speiser ist dabei, die Reha-Massnahmen nach seinem Sturz in Italien abzuschliessen. Die Motorräder in seiner Werkstatt sollen schon bald wieder bewegt werden.

Bei dem Sturz in der Team-WM-Quali in Terenzano hast du dir eine Schulter- und Hüftluxation zugezogen. Wie fühlst du dich fünf Wochen nach der OP?

Ich fühl mich eigentlich recht gut. Ich muss noch eine Woche ein Korsett tragen und bereits jetzt kann ich schon fast wieder alles machen, was ich will. Ich fahre viel Fahrrad und bin häufig in der Werkstatt. Schmerzen habe ich keine mehr.

Und am 20. Juni willst du dein Comeback beim Langbahn-Grand-Prix in Tschechien geben?

Ja, das ist nach wie vor mein Ziel. Ob es klappen wird, weiss ich noch nicht. Aber probieren möchte ich es. Wenn es geht, werde ich zuvor in Mühldorf noch ein paar Runden drehen.

Mit welcher Zielsetzung gehst du in deine erste WM-Saison?

Mein Ziel ist es, die direkte Qualifikation für die Serie im kommenden Jahr zu schaffen und den Challenge zu umgehen. Mal sehen, ob es klappt. Es wird nicht einfach.

Was fährst du eigentlich lieber: Speedway- oder Langbahnrennen?

Mir macht beides Spass. Es hat beides Vor- und Nachteile, aber was ich lieber mag, kann ich nicht sagen. Hinterher fahren macht bei beidem jedenfalls keinen Spass.

Was macht dein Maschinenbaustudium? In welchem Semester bist du?

Das läuft ganz gut nebenher. Ich bin im fünften Semester und studiere in Kempten. Das liegt nur 10 km von meinem Zuhause entfernt. Dadurch lässt sich das Rennenfahren mit dem Studium gut kombinieren.

Möchtest du nach dem Studium Berufsrennfahrer werden, oder lieber als Ingenieur arbeiten?

Da muss ich mir noch genauer Gedanken machen. Ich habe noch gut zwei Jahre Studium vor mir. Wenn es möglich ist, kann ich mir vorstellen, ein paar Rennen mehr zu fahren. Gut denkbar wäre, drei Tage in der Woche zu schaffen und den Rest mit Speedway zu verbringen. Aber ob das klappt, und es so kommt, kann ich jetzt noch nicht sagen. Als Vollprofi sich jeden Tag mit Speedway zu beschäftigen ist für mich glaube ich zu langweilig.

Was sagt Robert Barth dazu?

Er lässt mich den Weg gehen, den ich für richtig halte. Bei schwerwiegenden Entscheidungen hole ich mir immer Rat von ihm. Es ist schön, auf seine Unterstützung bauen zu können.

Robert Barth und du habt eine Sammelaktion für eine Airfence ins Leben gerufen und seid Geld sammeln gegangen. Auslöser war der schwere Sturz von Sönke Petersen.

Es ist eine Tragödie zu sehen, wie es um Sönke steht. Aber ich bin da optimistisch. Ich glaube an das eine Prozent Chance, das ihm die Ärzte geben. Ich gehe fest davon aus, dass Sönke wieder aufstehen wird.
Ich denke, dass diese schwerwiegende Verletzung zu 95 Prozent mit einer Airfence nicht passiert wäre. Das beste Beispiel ist der Sturz von Tobias Kroner in England am selben Tag. Die in Ipswich installierte Airfence hat Tobi definitiv vor schlimmeren Verletzungen bewahrt.
Die Airfence ist die Lebensversicherung für uns Fahrer und deswegen ist es mir und Robert Barth es wert, jeweils mit 500 Euro den Anfang der Sammelaktion gemacht zu haben. Andere Fahrer wie Sirg Schützbach, Max Dilger oder Martin Smolinski sind inzwischen mitgezogen.

Posa Serenius sagte ein Mal auf das Thema Angst beim Rennenfahren angesprochen, dass er natürlich Angst hat, da Rennenfahren sehr gefährlich ist. Er versucht sie nur so gut es geht für die 60 Sekunden eines Laufes zu verdrängen. Wie gehst du mit der Angst um. Hast du welche?

Eisspeedwayfahrer sind sowieso die Fertigsten von allen, im positivsten Sinne natürlich. Ich habe den grössten Respekt vor ihnen und habe mich auch schon mal selbst auf einer Eismaschine probiert. Es war interessant, aber dann noch gegen drei andere zu fahren- um Gottes Willen niemals.
Nein aber im Ernst, ich habe keine Angst beim Fahren. Die sollte man auch nicht haben, sie hindert einen nur. Ich habe immer eine ordentliche Portion Respekt dabei. Man muss immer wissen, was man tut, man darf nur nicht Angst haben in der nächsten Kurve zu stürzen. Beim Rennenfahren selbst ist man sowieso so konzentriert, dass man keine Zeit hat Angst zu haben.

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